Politik

Im Kampf gegen Coronavirus Macron beschlagnahmt alle Schutzmasken

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Aus dem Umfeld Macrons hieß es, die Beschlagnahme der Masken solle "die Bevölkerung beruhigen".

(Foto: picture alliance/dpa)

Um sie an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen zu verteilen, beschlagnahmt Frankreich alle Vorräte an Atemschutzmasken sowie deren Produktion. In vielen Apotheken sind Schutzmasken derzeit ausverkauft. Präsident Macron will damit weitere Hamsterkäufe verhindern.

Wegen der schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beschlagnahmt der französische Staat sämtliche Bestände an Atemschutzmasken. "Wir beschlagnahmen alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken", verkündete Präsident Emmanuel Macron auf Twitter. Die Masken sollen nach seinen Angaben an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden. Die Regierung will damit auch weitere Hamsterkäufe verhindern.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Toten durch das Virus in Frankreich auf vier und die der Infizierten auf 204. Zuletzt sei das Virus bei einem gestorbenen 92-Jährigen in der Bretagne festgestellt worden, erklärte das Ministerium. Zuvor waren zwei weitere Franzosen sowie ein chinesischer Tourist an den Folgen des Coronavirus gestorben. Am stärksten betroffen ist das Département Oise nördlich von Paris.

Aus dem Umfeld Macrons hieß es, die Beschlagnahme der Masken solle "die Bevölkerung beruhigen und zeigen, dass der Staat beim Krisenmanagement seiner Verantwortung gerecht wird". Bisher hat Frankreich aus seinen strategischen Reserven zehn Millionen Masken freigegeben, um sie über Apotheken im ganzen Land für Krankenhäuser und Ärzte zur Verfügung zu stellen, wie Gesundheitsminister Olivier Véran mitteilte.

Die französischen Gesamtreserven werden auf 160 Millionen Masken geschätzt. In vielen Apotheken sind Schutzmasken derzeit ausverkauft. Manche Verkäufer bieten sie zu Höchstpreisen an, auch im Internet.

Abzocke beim Verkauf von Desinfektionsmitteln

Frankreichs Wirtschaftsminister will des Weiteren mutmaßliche Abzocke beim Verkauf von Desinfektionsmitteln und Mundschutzmasken prüfen. Es gebe Informationen, dass angesichts des neuen Coronavirus beispielsweise Preise für Desinfektionsgele in Online-Shops und auf Verkaufsplattformen verdoppelt oder verdreifacht worden seien, schrieb Bruno Le Maire auf Twitter. 

Zuständige Wettbewerbsbehörden seien darauf angesetzt, dem mutmaßlichen Wucher nachzugehen. Die geringste Spekulation mit dem Coronavirus wäre inakzeptabel, schrieb Le Maire. Falls es erforderlich werden sollte, habe er den Entwurf einer Verfügung vorliegen, mit der die Preise für Desinfektionsgele und Schutzmasken reguliert werden könnten.

Quelle: ntv.de, jki/AFP/dpa