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Montag, 08. Mai 2017

Le Pen punktet im Nordosten: Macron holt 90 Prozent in Paris

Bei der Wahl in Frankreich gibt es große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Der neu gewählte Präsident Macron triumphiert in Großstädten, Le Pen holt ihre besten Ergebnisse im Nordosten. Gewinnen kann sie nur in zwei Départments.

Der neu gewählte französische Präsident Emmanuel Macron hat in der Hauptstadt Paris 90 Prozent der Stimmen geholt. Die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo twitterte am Sonntag, sie sei stolz, dass die Bürger der Rechtspopulistin Marine Le Pen nur zehn Prozent gegeben hätten.

Auch in anderen größeren Städten oder Ballungsräumen holte Macron eine deutliche Mehrheit, so etwa in Bordeaux im Westen mit fast 86 Prozent, in Toulouse im Südwesten mit fast 83 Prozent oder in Straßburg im Elsass mit 81 Prozent.

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Le Pen lag dagegen in zwei ihrer Hochburgen im Nordosten mit mehr als 50 Prozent vorne. Im Verwaltungsbezirk Pas-de-Calais kam Le Pen auf 52 Prozent, im ländlichen Département Aisne nahe der Grenze zu Belgien lag Le Pen bei 52,9 Prozent. Sehr gut schnitt sie unter anderem auch in den Ardennen und in großen Teilen Korsikas ab.

In der Region "Grand Est (Großer Osten)", die an der Grenze zu Deutschland liegt, kam Le Pen auf gut 42 Prozent der Stimmen, Macron erreichte knapp 58 Prozent, wie das Innenministerium mitteilte. Die neu geschaffene Region besteht aus zehn Départements, die auch das Elsass umfassen.

Über zehn Millionen wählen Le Pen

Im landesweiten Schnitt holte Macron nach Auszählung fast aller Stimmen gut 66 Prozent, Le Pen kam auf knapp 34 Prozent. Le Pen holte nach Zahl der Stimmen das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer Partei Front National. Es votierten demnach gut 10,6 Millionen Franzosen für die Kandidatin. Bei der ersten Runde vor zwei Wochen hatte Le Pen 7,7 Millionen Stimmen erhalten. Laut Ministerium lag die Wahlbeteiligung bei knapp 75 Prozent. Vor zwei Wochen hatte sie bei 77,8 Prozent gelegen.

Vier Millionen Franzosen entschieden sich in der zweiten Runde dafür, entweder einen leeren Wahlumschlag abzugeben ("weiße Stimme") oder ungültig zu stimmen. Der neue Präsident übernimmt das Amt spätestens in einer Woche von dem scheidenden Staatschef François Hollande.

Quelle: n-tv.de