Politik

Krawalle und Festnahmen Mai-Demonstrationen in Paris eskalieren

Brennende Autos und Geschäfte - in Paris kommt es bei Kundgebungen zum 1. Mai zu schweren Ausschreitungen. Dutzende Menschen werden festgenommen. Auch in Istanbul werden Dutzende Protestierer festgesetzt.

Bei den schweren Ausschreitungen am Mai-Feiertag in Paris sind nach einer vorläufigen Bilanz der Polizei 31 Geschäfte beschädigt worden. Zwei davon wurden angezündet, außerdem wurden sechs Fahrzeuge angezündet und zehn weitere beschädigt. 102 Menschen befanden sich am Dienstagabend in Polizeigewahrsam, insgesamt hatte die Polizei am Rande der Demonstration 276 Personen vorläufig festgenommen.

Schwarz gekleidete Vermummte hatten im Zuge der traditionellen Gewerkschaftsdemonstration zum 1. Mai randaliert. Die Polizei sprach von rund 1200 Personen, die sie dem sogenannten schwarzen Block zurechnete. Vier Menschen wurden leicht verletzt, darunter ein Polizist. Präsident Emmanuel Macron, der sich am Maifeiertag nicht in Frankreich befand, sondern einen dreitägigen Besuch in Australien begann, verurteilte die Gewalt. Es werde alles getan, um die Täter zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen, teilte er auf Twitter mit.

Die türkische Polizei nahm bei Demonstrationen zum 1. Mai in der Metropole Istanbul mehr als 65 Menschen fest. 56 davon seien im Stadtteil Besiktas in Gewahrsam genommen worden, als sie in Richtung Taksim-Platz marschieren wollten, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete. Die Behörden hatten Demonstrationen zum 1. Mai in Istanbul weitgehend untersagt und nur Versammlungen im asiatischen Stadtteil Maltepe weit außerhalb des Stadtzentrums genehmigt, wo sich Tausende Menschen versammelten.

Auch in anderen türkischen Städten wie der Hauptstadt Ankara, der Küstenstadt Izmir und der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir gab es Kundgebungen anlässlich des Tags der Arbeit. Demonstranten kritisierten auf Plakaten unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit, Repressionen gegen Journalisten und den seit mehr als anderthalb Jahren andauernden Ausnahmezustand.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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