Politik

Nach Kritik an NoemMann greift US-Abgeordnete Ilhan Omar in Minneapolis an

28.01.2026, 06:59 Uhr
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US-Präsident Trump greift die demokratische US-Abgeordnete Omar immer wieder verbal heftig an. Als die Muslimin bei einem Auftritt in Minneapolis die Trump-Regierung kritisiert, wird sie von einem Zuschauer körperlich angegangen.

Die prominente demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar ist bei einem Auftritt in Minneapolis von einem Mann aus dem Publikum angegriffen worden. Omar forderte angesichts des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte des Bundes in der Stadt gerade den Rücktritt von Heimatschutzministerin Kristi Noem, als der unbekannte Täter plötzlich aufstand, auf sie zuging und sie mit einer nicht zu erkennenden Substanz anspritzte.

Videos des Vorfalls zeigen, wie der Angreifer eine Flüssigkeit auf Omar spritzt und sie beschimpft. Sicherheitskräfte überwältigen den Mann, bringen ihn zu Boden und führen ihn dann aus dem Raum. In den wenigen Sekunden, bevor ein Personenschützer eingreift, schien der Mann nicht zu versuchen, sich auf die unmittelbar vor ihm am Podium stehende Abgeordnete zu stürzen oder sie weiter tätlich anzugreifen.

Omar setzte ihren Auftritt danach fort. Man dürfe Angreifern nicht das letzte Wort überlassen, sagte die 43-Jährige. Menschen wie der Täter verstünden nicht, dass der Bundesstaat Minnesota und seine Bürgerinnen und Bürger stark und widerstandsfähig seien. "Wir bleiben widerstandsfähig - was auch immer sie vielleicht auf uns schleudern", sagte Omar unter Jubel und Applaus der Anwesenden. "Ich werde meine Rede zu Ende führen."

Auf X schrieb sie später noch, ihr gehe es gut. Ein "kleiner Unruhestifter" werde sie nicht einschüchtern und davon abhalten, ihre Arbeit zu machen. Omar dankte den Bürgern ihres Wahlkreises, die zu ihr hielten. Ihr Büro erklärte, der Angreifer habe eine Spritze benutzt, um sie mit einer unbekannten Substanz anzuspritzen. Er sei festgenommen worden.

Trump greift Omar verbal heftigst an

US-Präsident Donald Trump greift die schwarze Abgeordnete immer wieder heftigst an. Mit Blick auf ihre somalische Wurzeln hat er der US-Bürgerin schon häufiger nahegelegt, sie solle nach Somalia "zurückgehen". Bisweilen bezeichnete er die linke Abgeordnete auch als "garstig" oder machte sich über das Kopftuch der Muslimin lustig. Kritiker bezeichnen solche Angriffe Trumps als rassistisch.

Für manche konservative Republikaner ist die Demokratin Omar ein beliebtes Feindbild - sie ist politisch weit links angesiedelt, eine erfolgreiche schwarze Muslimin und gibt sich trotz aller Kritik stets unbeugsam. Omar hat in der Vergangenheit auch von Morddrohungen gegen sie berichtet.

Minneapolis ist in Aufruhr

Die von Omar im Kongress vertretene Stadt Minneapolis befindet sich seit Wochen in Aufruhr. Grund ist ein massiver und oft brutal geführter Einsatz von hochgerüsteten Sicherheitskräften des Bundes, die Trumps rigorose Abschiebe-Politik durchsetzen. Die Stimmung in der Stadt ist - auch nach zwei Tötungen von US-Bürgern durch Sicherheitskräfte des Bundes - extrem angespannt.

Als Omar gerade acht Jahre alt war, floh ihre Familie aus Somalia, einem Krisenstaat am Horn von Afrika. Die heutige Abgeordnete zog dann 1997 mit ihrer Familie nach Minneapolis. Seit 2019 ist sie Abgeordnete im Repräsentantenhaus in Washington.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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