Politik

Datenmissbrauch bei Facebook Mark Zuckerberg bricht sein Schweigen

Erstmals nach Bekanntwerden des Datenskandals beim Internetriesen Facebook äußert sich Firmengründer und Konzernchef Zuckerberg dazu. Er räumt Fehler ein – entschuldigt sich allerdings nicht.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat im Datenskandal durch Cambridge Analytica Fehler eingeräumt. Das Vertrauen der Nutzer, die Facebook ihre Daten anvertrauen und erwarten, dass sie sicher sind, sei verletzt worden, schrieb Zuckerberg in einer ausführlichen Stellungnahme. "Ich habe Facebook gestartet und am Ende des Tages trage ich die Verantwortung dafür, was auf unserer Plattform geschieht", schrieb der Facebook-Chef. Eine ausdrückliche Entschuldigung enthielt sein langer Beitrag allerdings nicht. Zuckerberg verwies darauf, dass Cambridge Analytica unrechtmäßig an die Daten gekommen sei.

Facebook steht in der Kritik, seitdem am Wochenende bekannt geworden war, dass Cambridge Analytica Zugriff auf die Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern hatte. Die Datenanalysefirma soll sie unter anderem für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump eingesetzt haben.

Der Facebook-Chef versprach, die Nutzerdaten besser zu schützen. Ein Großteil der von ihm angekündigten Maßnahmen zielt darauf, den Zugriff von App-Entwicklern einzuschränken. So sollen Facebook-Apps, die man drei Monate lang nicht genutzt hat, automatisch die Zugangsberechtigung verlieren.

Die Software-Schnittstelle, über die Cambridge Analytica an die Daten kam, ist laut Zuckerberg bereits seit 2014 gekappt. Das sei der wichtigste Schritt gewesen, um eine Wiederholung des Datenmissbrauchs zu verhindern. Nun sollen aber unter anderem besonders datenhungrige Apps aus dieser Zeit darauf durchleuchtet werden, ob sie sich an die Datenschutz-Bestimmungen halten, so der Facebook-Chef. Entwickler, die keiner Überprüfung zustimmen, sollen von der Plattform verbannt werden.

Barley verlangt Erklärung

Weltweit verlangten Politiker eine Stellungnahme des US-Konzerns. Auch die deutsche Justiz- und Verbraucherschutzministern Katarina Barley erklärte, sie werde Facebook ins Justizministerium einbestellen und eine Erklärung erzwingen. "Facebook muss für den Skandal Verantwortung übernehmen", hieß es. "Die Frage, was mit den Daten von 30 Millionen deutschen Nutzerinnen und Nutzern passiert, ist eine zentrale Frage des Verbraucherschutzes."

Es sei nicht hinnehmbar, "dass Nutzer in sozialen Netzwerken gegen ihren Willen ausgeleuchtet werden, um sie ganz gezielt mit Wahlwerbung oder Hass gegen den politischen Gegner zu bombardieren", so die SPD-Politikerin. Solche Wahlkampfmethoden seien eine Gefahr für die Demokratie.

Quelle: n-tv.de, lri/chr/dpa/AFP/rts

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