Politik

Nach monatelanger Eiszeit Marokko schickt Entspannungssignal an Berlin

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Könnte bald wieder aufleben: Die Botschaft Marokkos in Berlin Mitte.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Joko)

Passend zum Weihnachtsfest befrieden sich die angespannten diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Marokko: Der Regierungswechsel und freundliche Worte des Außenministeriums besänftigen offenbar den Zorn Rabats auf Berlin. Der Stein des Anstoßes ist allerdings nicht beiseite geräumt.

Deutschland hat die Entspannungssignale aus Marokko in der diplomatischen Krise zwischen den beiden Ländern begrüßt. Die diplomatischen Vertretungen in Rabat und Berlin sollten so schnell wie möglich zu ihren "üblichen, professionellen Kommunikationskanälen" zurückkehren, hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Es gelte jetzt, im Dialog die deutsch-marokkanischen Beziehungen nach vorne auszurichten.

Marokko hatte im Mai aus Ärger über die deutsche Außenpolitik seine Botschafterin in Berlin zu Konsultationen zurückgerufen. Hintergrund war unter anderem der Streit um die Westsahara, die Marokko für sich beansprucht. Deutschland habe wiederholt feindselig gegen die höheren Interessen Marokkos gehandelt, hieß es. Das Auswärtige Amt teilte damals mit, die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar.

Am Mittwoch erklärte Marokkos Außenministerium dann, "positive Äußerungen" der neuen Bundesregierung seien geeignet, eine Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen und eine Rückkehr zu einer normalen diplomatischen Vertretung zu gestatten. Damit bezog es sich offenbar auf einen kürzlich auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes veröffentlichten Artikel. Dieser würdigt Marokko unter anderem als "ein wichtiges Bindeglied zwischen Nord und Süd".

Westsahara: Streit um Autonomieansprüche

Der Gebietsanspruch Marokkos auf die südlich der Landesgrenze gelegene Westsahara wird international nicht anerkannt. Allerdings bestätigte der damals bereits abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident Donald Trump im Dezember Marokkos Souveränität über die dünn besiedelte Region. Deutschland kritisierte diese Entscheidung und berief eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats dazu ein.

Das an der Atlantikküste im Nordwesten Afrikas gelegene Gebiet war bis 1975 spanische Kolonie und wurde dann größtenteils von Marokko besetzt und annektiert. Die Widerstandsbewegung Polisario-Front, die gegen die Besatzung kämpfte, rief 1976 mit Unterstützung Algeriens und Libyens die Demokratische Arabische Republik Sahara aus. Marokko will der Westsahara lediglich eine begrenzte Autonomie zubilligen, die Polisario-Front fordert dagegen ein Unabhängigkeitsreferendum. Die Spannungen in der Region hatten in den vergangenen Monaten zugenommen.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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