Politik

"Einer der Erwachsenen" geht Mattis-Rücktritt löst gemischte Gefühle aus

Den Staaten im Asien-Pazifik-Raum geht ein wichtiger Anker in der US-Regierung verloren. Russische Politiker können dem angekündigten Rücktritt des Ministers Mattis dagegen etwas Positives abgewinnen.

Die Rücktrittsankündigung von US-Verteidigungsminister James Mattis hat bei Politikern in der Asien-Pazifik-Region Besorgnis ausgelöst. "Er war einer der Erwachsenen in der Trump-Regierung", sagte der australische Senator Jim Molan in einem Zeitungsinterview. Mit dem Rücktritt werde die Unberechenbarkeit in der amerikanischen Außenpolitik verstärkt.

Mattis war einer der klarsten Kritiker der chinesischen Expansionsbestrebungen im Südchinesischen Meer, versuchte zugleich aber auch, die Spannungen nicht eskalieren zu lassen. Die Asien-Pazifik-Region mit wichtigen US-Verbündeten wie Japan, Südkorea und Australien ist einer der Brennpunkte internationaler Spannungen.

Mattis sei in der US-Regierung einer der Garanten der Berechenbarkeit gewesen und habe maßgeblich dazu beigetragen, die isolationistischen Ansichten von US-Präsident Donald Trump einzuhegen, sagte auch der Außenpolitik-Experte Euan Gramah von der Universität La Trobe in Australien. Ein anderer Politik-Analyst verwies auf die wichtige Rolle, die Mattis im innerkoreanischen Konflikt gespielt habe. Es sei maßgeblich ihm zu verdanken, dass es keinen Krieg auf der koreanischen Halbinsel gegeben habe, sagte Adam Mount von der Föderation Amerikanischer Wissenschaftler.

Mattis hatte offenbar aus Protest gegen die Rückzugspläne Trumps aus Syrien und Afghanistan am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Trump habe das Recht auf einen Verteidigungsminister, dessen Ansichten mehr mit denen des Präsidenten übereinstimmten, erklärte der Ex-General.

Russland sieht "positives Signal"

Der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow sagte in einer ersten Reaktion, man müsse abwarten, was aus dem Befehl von US-Präsident Trump zum Truppenabzug aus Syrien werde, wenn als erste Folge gleich der zuständige Minister abtrete. Das meldete die Agentur Tass in Moskau. "Das ist ein interessantes und eher positives Signal", kommentierte der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow auf Facebook.

Trump habe Mattis ja schon immer "eher als Demokraten" gesehen. "Man kann folgern, dass Trump sich im Umgang mit den Verbündeten, im Verhältnis zu Russland und China, in den Entscheidungen zum Abbau der US-Präsenz im Ausland von Mattis' Positionen abgesetzt hat", schrieb der Vorsitzende im Außenausschuss des Föderationsrates Kossatschow. Nach Moskauer Ansicht will Trump das Verhältnis zu Russland verbessern. Er werde aber vom außenpolitischen Apparat in Washington mit Vertretern wie Mattis daran gehindert.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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