Politik

"Was unsere Feinde aufhält" Medwedew: Atomwaffen hindern Westen an Kriegseintritt

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Russlands Ziel sei weiterhin, die ukrainische Regierung in Kiew zu beseitigen, sagt Medwedew.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Lange Zeit tritt Dmitri Medwedew als gemäßigter Politiker in Erscheinung. Doch seit der russischen Invasion in der Ukraine fällt der Putin-Vertraute immer wieder mit extremen Äußerungen auf. Nun behauptet der 57-Jährige, dass allein Russlands Atomwaffen den Westen von einem Kriegseintritt abhalten.

Nur Russlands Atommacht hält nach den Worten des früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew den Westen von einer Kriegserklärung gegen Russland ab. "Das Einzige, was unsere Feinde heute aufhält, ist die Einsicht, dass Russland sich von den Grundsätzen der staatlichen Politik ... der nuklearen Abschreckung leiten lassen wird. Und im Falle einer realen Bedrohung wird es danach handeln", behauptet Medwedew in einem Artikel im russischen Amtsblatt "Rossijskaja".

Der Westen schwanke zwischen dem "brennenden Wunsch, Russland so weit wie möglich zu demütigen, zu beleidigen, zu zerstückeln und zu vernichten, und dem Wunsch, eine nukleare Apokalypse zu vermeiden". Neue Abrüstungsabkommen seien derzeit unrealistisch und unnötig. "Je früher die für unser Land angemessenen maximalen Sicherheitsgarantien eingehen, desto eher wird sich die Situation normalisieren", fährt Medwedew fort.

"Wenn wir sie nicht erhalten, wird die Spannung auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben. Die Welt wird weiterhin am Rande des Dritten Weltkriegs und einer nuklearen Katastrophe balancieren", sagt Medwedew. Russlands Ziel sei es weiterhin, die ukrainische Regierung in Kiew zu beseitigen. Experten zufolge verfügt Russland mit fast 6000 Sprengköpfen über das größte Atomwaffenarsenal der Welt.

Medwedew ist ein enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin und galt lange als moderater Politiker. Seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine jedoch vertritt er eine extreme Linie. Erst Mitte Dezember drohte er mit Angriffen auf NATO-Länder. Dabei erklärte der 57-Jährige auch zivile Infrastrukturobjekte zu legitimen Zielen.

Quelle: ntv.de, jpe/rts

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