Politik

Entlastungen beschlossen Mehr Kindergeld und höhere Freibeträge

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Familien profitieren von den neuen Gesetzesänderungen am meisten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Kabinett will Familien mit Kindern ab dem kommenden Jahr stärker unterstützen. Ein Gesetzentwurf sieht dafür rund zwölf Milliarden Euro vor. Demnach soll nicht nur das Kindergeld, sondern auch der Kinderfreibetrag steigen. Zudem werden alle Steuerzahler entlastet.

Das Kindergeld soll im kommenden Jahr um monatlich 15 Euro steigen. Das ist ein zentraler Baustein des sogenannten Familienentlastungsgesetzes, welches das Kabinett auf den Weg gebracht hat. Nach dem Gesetzentwurf werden Familien auch steuerlich entlastet: So soll der Kinderfreibetrag um mehr als 500 Euro auf 8388 Euro angehoben werden.

Insgesamt würden Familien um jährlich rund zwölf Milliarden Euro entlastet, erklärt Finanzminister Olaf Scholz. "Das sind gute Nachrichten für alle Familien und Kinder in Deutschland." Das Kindergeld soll zum 1. Januar 2021 für das erste und zweite Kind auf 219 Euro pro Monat steigen, für das dritte Kind auf 225 Euro und ab dem vierten Kind auf 250 Euro.

Darüber hinaus sollen alle Steuerzahler bei der Einkommensteuer entlastet werden. So wird der Grundfreibetrag, auf den keine Steuern gezahlt werden müssen, zum kommenden Jahr von 9408 Euro auf 9696 Euro angehoben. Die Grenze, von der an der 42-prozentige Spitzensteuersatz verlangt wird, steigt von 57.052 Euro auf ein Jahreseinkommen von 57.919 Euro. Für das Jahr 2022 ist eine weitere Erhöhung der Einkommensgrenzen vorgesehen.

Ferner beschloss das Kabinett, dass pflegende Angehörige Belastungen durch die häusliche Pflege künftig stärker steuerlich geltend machen können. Der entsprechende Pauschbetrag steigt auf 1800 Euro pro Jahr und verdoppelt sich damit fast. Die Pauschbeträge gelten künftig auch für Fälle mit Pflegegrad 2 (600 Euro im Jahr) und Pflegegrad 3 (1100 Euro im Jahr).

Auch der Behinderten-Pauschbetrag verdoppelt sich. Die Höhe ist weiterhin vom Grad der Behinderung abhängig - bei einem Behindertengrad von 100 Prozent beträgt der Pauschbetrag künftig 2840 Euro statt 1420 Euro.

Allerdings müssen sämtliche Änderungen noch von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP