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Trotz des vorläufigen Impfstopps Mehrheit vertraut Astrazeneca weiterhin

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Knapp drei Viertel der Deutschen wollen sich so schnell wie möglich impfen lassen - trotz des Impfstopps von Astrazeneca.

(Foto: imago images/Martin Bäuml Fotodesign)

Die Sorge vor einem Vertrauensverlust in den Astrazeneca-Impfstoff ist laut einer Umfrage unberechtigt. Zwei Drittel der Impfwilligen wollen sich das Vakzin weiterhin spritzen lassen. Den Impfstopp hält eine Mehrheit der Befragten zudem für verantwortungsvoll.

Trotz des Impfstopps von Astrazeneca hat die Impfbereitschaft der Deutschen kaum gelitten. Einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv zufolge wollen sich nach wie vor knapp drei Viertel der Befragten (71 Prozent) gegen das Coronavirus impfen lassen, nur 7 Prozent geben an, eine Impfung generell abzulehnen. 13 Prozent wollen erst einmal abwarten. Die Frage, ob sie sich nach der Aufhebung des Impfstopps auch mit Astrazeneca impfen lassen würden, bejahen 63 Prozent der Impfwilligen. Ein Drittel der Befragten gibt an, dass sie den Impfstoff lieber nicht erhalten wollen. Besonders groß ist das Vertrauen in den Impfstoff bei denjenigen Befragten, die sich sofort impfen lassen würden (71 Prozent).

Auch das Alter der Befragten spielt für die Akzeptanz von Astrazeneca eine bemerkenswert große Rolle. Unter den 18- bis 29-Jährigen gibt die große Mehrheit (71 Prozent) an, sich auch mit diesem Impfstoff impfen lassen zu wollen. Am niedrigsten ist die Akzeptanz von Astrazeneca mit immer noch 58 Prozent bei den 45- bis 59-Jährigen. Dass sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) für eine vorläufige Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca entschieden hat, bewertet die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) als verantwortungsvoll. Als übertrieben erachten diesen Schritt 39 Prozent.

Nach mehreren Fällen von Hirnvenenthrombosen, bei denen ein zeitlicher Zusammenhang zur Impfung besteht, war der Schritt zu Wochenanfang als Vorsichtsmaßnahme beschlossen worden. Die Fälle werden nun geprüft. Am geringsten ist die Zustimmung zum Impfstopp bei denjenigen Befragten, die sich so schnell wie möglich impfen lassen wollen (49 Prozent). Befragte, die mit einer Impfung erst einmal abwarten wollen, bewerten die Entscheidung des Ministers überwiegend als verantwortungsvoll (78 Prozent). Eine überwältigende Mehrheit ist allerdings dennoch der Ansicht, dass die Impfkampagne in Deutschland bisher "sehr schlecht" (40 Prozent) oder "eher schlecht" (48 Prozent) verlaufen ist. Nur zehn Prozent bewerten die Kampagne positiv.

Jeder Dritte vertraut Regierung nicht

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In der Verantwortung dafür sehen die Befragten allerdings nur bedingt Jens Spahn. Einen Rücktritt des Ministers, wie er etwa aus den Reihen der FDP bereits gefordert wird, halten nur 32 Prozent der Befragten für sinnvoll - wenn dafür der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach übernähme. 44 Prozent würden solch einen Wechsel derzeit nicht begrüßen.

Nur noch jeder zweite Befragte hat allerdings großes oder zumindest etwas Vertrauen in das Krisenmanagement der Bundesregierung. Gut ein Drittel ist nicht mehr der Ansicht, dass die Politik in der Lage ist, die Pandemie bestmöglich zu meistern. Damit ist das Vertrauen in die Regierungslinie ähnlich niedrig wie schon Anfang März.

Das mag auch daran liegen, dass eine große Mehrheit der Befragten mit einem erneuten Lockdown in Deutschland rechnet. 87 Prozent der Befragten halten eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen aufgrund der wieder ansteigenden 7-Tage-Inzidenz für wahrscheinlich. Nur jeder zehnte Befragte glaubt nicht an eine erneute Verschärfung.

Befragt wurden am 16. März 1001 Bürger. Die Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Quelle: ntv.de, jug

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