Politik

Aufregung um First Lady in spe Melania Trump kupfert bei Michelle Obama ab

Lange hält sich Donald Trumps Frau Melania im US-Vorwahlkampf zurück. Bei der Republican Convention tritt sie ins Rampenlicht - und nicht wenigen kommt das, was sie dann sagt, ziemlich bekannt vor.

Der Putsch gegen den designierten republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump fällt aus, der Multimilliardär wird aller Voraussicht nach bei der Republican Convention in Cleveland nominiert. Und mit ihm schlüpft auch die junge Gattin Trumps, Melania, in eine prominentere Rolle. Hielt sie sich im Vorwahlkampf bisher vornehm zurück und ließ ihrem weitaus geräuschvolleren Gatten die Bühne, präsentierte sie Trump am ersten Tag der Convention – wohl um endlich auch sanftere Töne anklingen zu lassen und die zerrissene Partei einen zu helfen. Zu "We are the champions" betrat Donald Trump die Bühne und bereitete den Boden für das einstige Supermodel.

Und tatsächlich: Melania Trump hielt eine bodenständige Rede. Sie handelte von Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Davon, dass Respekt gegenüber anderen Menschen zählt. Und davon, dass das gegebene Wort zählt. Die Rede sollte vermutlich ein Gegengewicht sein zu Trumps Auftreten in den vergangenen Monaten, dem Effekte erkennbar wichtiger waren als moralische Konstanz. Einen kleinen Schönheitsfehler hatten Melanias Worte jedoch: Sie scheinen passagenweise nahezu eins zu eins von der derzeitigen First Lady Michelle Obama abgekupfert zu sein.

Als sich Barack Obama 2008 um die demokratische Präsidentschaftskandidatur bewarb, trat auch Michelle ins Rampenlicht. Und was sie sagte, ähnelt in Aufbau, Inhalt und Wortwahl doch sehr dem, was Melania Trump acht Jahre später präsentiert. Zum Vergleich:

Michelle Obama, 2008: "[…] And Barack  and I were raised with so many of the same values: that you work hard for what you want in life; that your word is your bond and you do what you say you're going to do; that you treat people with dignity and respect, even if you don't know them, and even if you don't agree with them. And Barack and I set out to build lives guided by these values, and pass them on tot he next generation. Because we want our children – and all children in this nation – to know that the only limit to the height of your achievement ist the reach of your dreams an your willingness to work fort hem."

Melania Trump, 2016: "From a young age, my parents impressed on me the values that you work hard for what you want in life that your word is your bond and you do what you say and keep your promise. That you treat people with respect. They taught me and showed me values and morals in their daily life. That is a lesson that I continue to pass along to our son, and we need to pass those lessons on to many generations to follow, because we want children in this nation to know that the only limit to your achievement ist he strength of your dreams and your willingness to work for them."

Kurzum: Es sind zu viele Parallelen, um von einem Zufall zu sprechen. Einer der ersten, die den Ideenklau bemerkten, war der Journalist Jarrett Hill:

Wenig später fielen ihm weitere Ähnlichkeiten auf:

Der Spott aus dem Anti-Trump-Lager, vor allem bei den Demokraten ist seither groß. Die Debatte darüber, ob und wie stark sich Melania Trump bei Michelle Obama bedient hat, überschattet in den USA nahezu alle anderen Nachrichten von der Convention der GOP. Eine besondere Pointe hält Jon Favreau bereit, der langjährige Redenschreiber von Barack Obama:

Quelle: ntv.de, jog