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Mit Putin "ernsthaft gesprochen" Merkel: Katastrophe in Idlib verhindern

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Zivilisten schützen - Radikale bekämpfen: Die Lage in Idlib sei sehr ernst, sagt Merkel.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Syrien steht die Schlacht um die Rebellenhochburg Idlib an. In der Region haben aber auch Millionen Zivilisten Zuflucht gesucht. Kanzlerin Merkel mahnt nun eindringlich, diese zu schützen.

Angesichts der befürchteten Offensive in der syrischen Region Idlib warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einer humanitären Katastrophe. "Das ist eine sehr komplizierte Situation dort", sagte sie im RTL-Sommerinterview. Eine humanitäre Katastrophe müsse unbedingt vermieden werden. "Es muss jetzt versucht werden, dass man die radikalen Kräfte natürlich bekämpft, aber die Zivilbevölkerung schützt", so Merkel.

Über die drohende Militäroffensive der Truppen von Präsident Baschar al-Assad habe sie auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan gesprochen. Einerseits seien dort Millionen Menschen. Andererseits gebe es dort aber auch sehr radikale Kämpfer islamistischer Gruppen. Auf die Frage, ob sich Putin an die Aufforderung halten werde, sagte Merkel: "Ich hoffe es, wir haben jedenfalls sehr ernsthaft darüber gesprochen."

Wenige Tage vor dem Besuch des türkischen Präsidenten in Deutschland bekräftigte Merkel zudem, dass man mit dem Land im Gespräch bleiben müsse. "Wir können doch nicht immer nur Schwarz und Weiß denken, das ist doch nicht die Realität", sagte sie. Schon allein wegen der drei Millionen türkischstämmiger Menschen in Deutschland "sind wir auf eine besondere Weise verbunden".

Berlin und Ankara hätten "schwere Auseinandersetzungen, und die bleiben auch, über die politischen Dinge in der Türkei", so Merkel. Doch habe Deutschland auch ein "strategisches Interesse" daran, dass sich der Nato-Partner Türkei "wirtschaftlich vernünftig entwickelt". Das aber schließe nicht aus, dass "wir miteinander reden und auch sagen, wo wir unterschiedlicher Meinung sind".

Das komplette Interview sendet n-tv ab 18:00 Uhr. Ferner läuft es im "RTL Nachtjournal Spezial" ab 00:15 Uhr. Die wichtigsten Passagen werden zudem bei "RTL Aktuell" ab 18:45 Uhr gezeigt.

Quelle: ntv.de, jwu