Politik

Ende der Ramelow-Debatte? Merkel findet Nationalhymne "sehr schön"

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Sowohl Text als auch Musik der Hymne gefallen der Kanzlerin.

(Foto: picture alliance / Federico Gamb)

In der von Thüringens Ministerpräsident Ramelow losgetretenen Debatte um eine zeitgemäße Nationalhymne äußert sich nun auch die Kanzlerin. Über ihren Sprecher lässt Merkel mitteilen, was sie von dem Deutschlandlied hält.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich nun auch in die von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow angestoßene Diskussion um die deutsche Nationalhymne eingeschaltet. Die CDU-Politikerin schließt sich der Forderung nach einer neuen Nationalhymne aber nicht an. Über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert ließ sie mitteilen: "Die Bundeskanzlerin findet unsere Nationalhymne sehr schön, in Musik und Text."

Der Linken-Politiker Ramelow hatte am Donnerstag seine Bedenken geäußert, dass 30 Jahre nach dem Mauerfall viele Ostdeutsche die Hymne in der Öffentlichkeit nicht gern anstimmen würden. Er singe zwar die dritte Strophe des Deutschlandlieds mit, könne aber "das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", sagte er der "Rheinischen Post".

Der gebürtige Niedersachse, der seit fast 30 Jahren in Thüringen lebt, erklärte, er erlebe es immer wieder bei Veranstaltungen in Ostdeutschland, dass nur ein Teil der Anwesenden mitsinge. "Ich singe sie mit tiefer Überzeugung. Und ich möchte, dass die Menschen um mich auch mitsingen." Deshalb plädierte er für eine Erneuerung, damit "alle mit Freude mitsingen". Zudem warf er die Frage auf: "Warum tun wir uns so schwer mit einer von Ost und West getragenen Nationalhymne, die alle mit Freude mitsingen?" Im Gegensatz zu Ramelow ist Merkel in der DDR aufgewachsen.

"Kinderhymne" von Brecht als Alternative?

Bei der Nationalhymne handelt es sich um die dritte Strophe des "Lieds der Deutschen" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ("Einigkeit und Recht und Freiheit"). Die Nationalsozialisten ließen die erste Strophe ("Deutschland, Deutschland über alles") singen. Ramelow beobachte nun, dass die erste Strophe von einigen AfD-Politikern heute wieder gesungen werde.

Bereits zur Wendezeit gab es den Vorschlag, die "Kinderhymne" von Bertolt Brecht als Nationalhymne für das wiedervereinigte Deutschland zu wählen. Schon der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière habe 1990 vor der Wiedervereinigung für eine neue, gemeinsame Hymne geworben.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa

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