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Spekulationen zurückgewiesen Merkel schließt Wechsel nach Brüssel aus

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Angela Merkels politischer Weg wird sie nach eigenen Angaben nicht in die EU führen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Zeitungsinterview lässt die Gerüchteküche brodeln. Kanzlerin Merkel schaut dabei nicht lange zu, sondern stellt einen Tag nach den Spekulationen über einen Wechsel auf einen EU-Spitzenposten klar: Sie steht für einen derartigen Posten nicht zur Verfügung.

Kanzlerin Angela Merkel hat einen Wechsel auf einen wichtigen EU-Posten nach ihrer Kanzlerschaft ausgeschlossen. Es gelte weiter, "dass ich für kein weiteres politisches Amt, egal wo es ist, auch nicht in Europa, zur Verfügung stehe", sagte Merkel nach einem Gespräch mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte in Berlin.

Die Spekulationen waren aufgekommen, nachdem Merkel in der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf Europa von einem "noch einmal gesteigerten Gefühl der Verantwortung" gesprochen hatte. In dem Interview kündigte die CDU-Politikerin an, sich künftig mit noch größerem Einsatz als bisher für die Zukunft Europas einzusetzen. "Viele machen sich Sorgen um Europa, auch ich."

Merkel verwies nun darauf, dass ihre entsprechende Aussage vom vergangenen Jahr, als sie ihren Rückzug nach 2021 angekündigt hatte, weiter gelte. Zu dem Gespräch stellte sie klar: "Ich habe dieses Interview als deutsche Bundeskanzlerin gegeben und glaube, dass es richtig ist, dass ich als deutsche Bundeskanzlerin meine Bemühungen um ein gutes, funktionsfähiges Europa eher verstärke als nicht - angesichts der Situation, die wir haben, und auch angesichts der Polarisierung."

In dem Interview beschwor die Kanzlerin zugleich ihr gutes Verhältnis zum französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dieser dürfte nach der Europawahl am 26. Mai neben Merkel eine Schlüsselrolle bei der Verteilung der EU-Spitzenposten spielen. In den Wechsel-Spekulationen wurde Merkel meist als mögliche Nachfolgerin von EU-Ratspräsident Donald Tusk ins Spiel gebracht - auf dem Posten könnte sie als Vermittlerin ihre große Erfahrung einbringen.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte kürzlich klargemacht, dass er es für denkbar hält, dass Merkel nach ihrer Zeit als Kanzlerin eine Rolle auf europäischer Ebene übernimmt. "Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Angela Merkel in der Versenkung verschwindet", sagte er Ende April den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sie ist nicht nur eine Respektsperson, sondern ein liebenswertes Gesamtkunstwerk." Mit Blick auf ein mögliches EU-Amt Merkels fügte er hinzu: "Hochqualifiziert wäre sie."

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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