Politik

Geschlecht "weniger wichtig"Merz: Bundespräsidentin müsste passendes Profil haben

30.08.2026, 18:50 Uhr
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Bundeskanzler Friedrich Merz gab am Abend der ARD ein Interview im "Bericht aus Berlin". (Foto: picture alliance/dpa)

Bundeskanzler Merz kann sich eine Frau als deutsches Staatsoberhaupt gut vorstellen - will aber andere Anforderungen nur des Geschlechts wegen nicht vernachlässigen. Ein Bundespräsident oder eine Bundespräsidentin brauche "eine hohe Integrationskraft in unser Land hinein".

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Frage offengelassen, ob auf jeden Fall eine Frau Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Amt nachfolgen soll. "Es ist kein Geheimnis, dass ich viele Sympathien dafür habe", sagte Merz im ARD-Sommerinterview. Entscheidender sei aber, dass Deutschland ein Staatsoberhaupt brauche, das "die Gesellschaft zusammenhält und auch eine hohe Integrationskraft in unser Land hinein hat", fügte der CDU-Vorsitzende hinzu. "Die Frage nach dem Geschlecht ist weniger wichtig als die Persönlichkeit des nächsten Staatsoberhauptes. Und die Anforderungen sind hoch."

Es gebe aber in der Union einige Frauen, denen er genau diese Aufgabe zutraue, sagte Merz. Er könne sich schon deshalb sehr gut vorstellen, dass erstmals eine Bundespräsidentin gewählt werde. Eine Entscheidung werde aber von der Bundesversammlung und deren endgültiger Zusammensetzung nach den drei Landtagswahlen im September getroffen.

Im Gespräch sind auf Unions-Seite unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Familienministerin Karin Prien, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner und die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer.

Ende Juli hatte Merz Aigner als "respektable, denkbare Bundespräsidentin" bezeichnet. Der Kanzler machte damals zugleich deutlich, dass es noch keine Entscheidung darüber gebe, wen die Union vorschlagen wolle. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner für das höchste Staatsamt ins Spiel gebracht. Aigner selbst hatte auf die Frage, ob sie für das höchste Amt bereitstünde, zuletzt gesagt: "Diese Frage stellt sich jetzt nicht".

Quelle: ntv.de, dsc/rts

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