Politik

Umfrage unter CDU-Mitgliedern Merz führt - aber Söder weckt Hoffnungen

Forsa hat sich im Auftrag von RTL und ntv unter 1007 CDU-Mitgliedern umgehört: Die wollen mehrheitlich Friedrich Merz als künftigen Parteivorsitzenden. Die besten Chancen, glauben aber die meisten, hätte die Union mit einem anderen Kandidaten.

In knapp fünf Wochen sollen 1001 Delegierte beim CDU-Parteitag einen neuen Vorsitzenden wählen. Hätten die Mitglieder die Wahl, wäre das Ergebnis eindeutig. 45 Prozent würden sich für Friedrich Merz, 24 Prozent für Armin Laschet und 13 Prozent für Norbert Röttgen entscheiden. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL und ntv unter 1007 CDU-Mitgliedern durchgeführt hat.

Merz würden demnach vor allem die Christdemokraten in Ostdeutschland wählen (54 Prozent) sowie jene Parteimitglieder, die sich selbst als politisch rechts einstufen (59 Prozent). Laschet hat seinen größten Zuspruch in der nordrhein-westfälischen CDU (39 Prozent) sowie bei den CDU-Mitgliedern des eher linken Flügels (44 Prozent). Laschet trauen 38 Prozent der CDU-Mitglieder zu, die verschiedenen Strömungen in der Partei zu integrieren. Merz gilt in der Partei nur für 31 Prozent als Mann, der die Flügel der CDU zusammenhalten kann.

Der neue Vorsitzende der CDU sollte nach Meinung von 51 Prozent der CDU-Mitglieder auch der gemeinsame Kanzlerkandidat von CDU und CSU werden. 39 Prozent aber meinen, dass es besser wäre, wenn der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder der Kanzlerkandidat der Union würde. Das sehen auch die Funktionäre der CDU so - also diejenigen, die ein Parteiamt oder ein politisches Mandat ausüben.

Beste Chancen mit Söder

Die besten Chancen, ein gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr zu erzielen, hätte die Union nach Meinung von mehr als der Hälfte der CDU-Mitglieder (53 Prozent) mit einem Kanzlerkandidaten Söder. Dass die Union mit Laschet beziehungsweise Merz als Kanzlerkandidat die besten Chancen hätte, meint jeweils ein Fünftel. Mit Röttgen hätte die Union nach Einschätzung der CDU-Mitglieder keine Chance, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Selbst von denen, die sich für Merz als neuen CDU-Vorsitzenden entscheiden würden, glauben die meisten (49 Prozent), dass die Union mit Söder bessere Chancen als mit Merz habe (das glauben nur 39 Prozent).

Zur künftigen politischen Ausrichtung der CDU möchte eine deutliche Mehrheit (70 Prozent) der Mitglieder, dass Merkels Kurs der Mitte fortgesetzt wird. 7 Prozent wünschen, dass die liberalen Werte sogar stärker betont werden. 21 Prozent sind der Meinung, die CDU solle nach Merkel "mehr die konservativen Werte betonen".

Wen auch immer der CDU-Parteitag zum neuen Vorsitzenden bestimmen wird - fast drei Viertel der CDU-Mitglieder (71 Prozent) haben die Erwartung, dass Gesundheitsminister Jens Spahn künftig "eine herausragende Rolle in der CDU übernehmen" sollte. Der Auffassung sind auch 67 Prozent derjenigen Christdemokraten, die Friedrich Merz zum Vorsitzenden wählen würden.

Wie der neue Vorsitzende bestimmt werden soll, ist weiter unklar. Bisher gibt es keine Lösung, wie der CDU-Parteitag angesichts steigender Corona-Infektionen stattfinden soll. Nur eine Minderheit von 24 Prozent der CDU-Mitglieder ist der Meinung, dass das für den 4. Dezember geplante Delegiertentreffen so wie bisher vorgesehen als "Präsenz-Parteitag" stattfinden sollte. 8 Prozent der Mitglieder plädieren dafür, den Parteitag noch einmal wie schon im Frühjahr ganz zu verschieben. 68 Prozent wollen zwar, dass der Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer am 4. Dezember gewählt wird, meinen aber, dass die Wahl anders, zum Beispiel als Briefwahl, organisiert werden sollte.

Quelle: ntv.de, bdk