Politik

Wachmann in Dschidda verletzt Messerattacke an französischem Konsulat

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Blick auf den Basar in der Altstadt von Dschidda.

(Foto: imago/robertharding)

Im saudi-arabischen Dschidda geht ein Mann am Vormittag mit einem "scharfen Werkzeug" auf einen Sicherheitsmann an der Botschaft Frankreichs los und verletzt ihn leicht. Der Angreifer kann überwältigt werden. Ob die Tat in Verbindung mit dem Terrorakt in Nizza steht, ist unklar.

Ein Mann hat am französischen Konsulat im saudi-arabischen Dschidda einen Sicherheitsbeamten angegriffen und leicht verletzt. Der Täter sei festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Der Mann sei um die 40 Jahre alt und habe den Wächter mit einem "scharfen Werkzeug" angegriffen, sagte Polizeisprecher Mohammed al-Ghamdi. Er sei ein Einheimischer, hieß es. Die genauen Hintergründe der Tat sind unklar. Die französische Botschaft in Riad sprach von einer "Messerattacke".

Der verletzte Wachmann sei bei einer Sicherheitsfirma angestellt, erklärte die Botschaft, ohne dessen Staatsangehörigkeit zu nennen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Saudische Sicherheitskräfte hätten den Täter kurz nach dem Angriff überwältigt. Die Botschaft verurteilte die Attacke scharf. Man habe das Vertrauen in saudische Behörden, die französische Gemeinde im Land zu schützen.

Der Angriff folgte unmittelbar auf eine blutige Messerattacke im südfranzösischen Nizza, bei der nach einer vorläufigen Bilanz drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt wurden. Auch in Avignon war es zu einem mutmaßlich islamistischen Angriff gekommen. Ein Mann hatte mehrere Menschen mit einer Pistole bedroht und wurde von der Polizei erschossen. In Frankreich gilt inzwischen die höchste Terrorwarnstufe.

Franzosen in Saudi-Arabien wurden zugleich zu "höchster Wachsamkeit" aufgerufen. Ähnliche Warnungen hatte der Elysée-Palast bereits zuvor für Franzosen in der Türkei, in Bangladesch und Indonesien ausgesprochen. Hintergrund sind die Spannungen zwischen Frankreich und vielen muslimischen Ländern wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach dem islamistischen Anschlag auf den Lehrer Samuel Paty die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen vehement verteidigt. Er löste damit heftige Proteste in vielen muslimischen Ländern aus, es gab auch Boykott-Aufrufe gegen französische Waren.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP