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Im Gegensatz zu Schusswaffen werden Messer als Tatwerkzeuge in einigen Bundesländern nicht statistisch erfasst.
Im Gegensatz zu Schusswaffen werden Messer als Tatwerkzeuge in einigen Bundesländern nicht statistisch erfasst.(Foto: imago/Agentur 54 Grad)
Donnerstag, 05. April 2018

Neun Bundesländer liefern Zahlen: Messerattacken in Deutschland nehmen zu

Tödliche Messerangriffe in Berlin, Kandel und Dortmund sorgten zuletzt für Entsetzen. Die Zahl der Übergriffe mit Stichwaffen nimmt statistisch gesehen in mehreren Bundesländern zu - besonders in Berlin und Hessen.

Seit 2014 sind bei tätlichen Angriffen in Deutschland immer häufiger Messer eingesetzt worden. Das berichtet der Sender RBB. Demnach hätten Messerdelikte in den neun Bundesländern, die Daten zur Verfügung gestellt hatten, zugenommen.

Laut Berliner Kriminalstatistik gab es bei Auseinandersetzungen und Taten, bei denen Messer eingesetzt wurden, einen Anstieg um 13 Prozent, in Hessen stieg die Zahl sogar um 29 Prozent. Nur vier Bundesländer lieferten laut dem Bericht Zahlen zur Nationalität der Beteiligten. Dort waren häufiger Nicht-Deutsche oder Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen.

Nach Angaben der Leipziger Polizei würden sich eine Vielzahl dieser Delikte in Gemeinschaftsunterkünften, im häuslichen Umfeld von und unter Asylbewerbern abspielen. Opfer von Messerdelikten seien daher überproportional auch häufig nicht-deutscher Herkunft.

In den vergangenen Monaten kam es in Deutschland mehrfach zu tödlichen Messerattacken unter Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. "Messer sind leicht verfügbar, schnell zu besorgen und leicht zu transportieren und werden insbesondere von jungen Männern gebraucht", erklärte die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die Vorliebe der Täter für Stichwaffen. Die Polizeigewerkschaft sprach ebenfalls davon, dass die Zahl junger männlicher Migranten unter den Messerangreifern "auffallend" sei.

Im Rahmen der ansteigenden Zahl von Messerdelikten forderte die DPolG bereits eine härtere Bestrafung. Gezielte Stiche gegen andere Menschen sollten als versuchtes Tötungsdelikt und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft werden. Aus Sicht der Gewerkschaft sollten Attacken mit Messern und ähnlichen Gegenständen ein Verbrechenstatbestand mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe sein. Für Attacken mit Messern ohne Todesfolge gebe es zwar eine Höchststrafe, aber keine Mindeststrafe.

Quelle: n-tv.de