Politik

Maulwurf bei Moschee-Razzia Ministerium ermittelt nach Sicherheitsleck

Im Vorfeld der Razzia in der Hildesheimer DIK-Moschee hat es offenbar ein Sicherheitsleck gegeben. Die Aktion sei deswegen in aller Eile nach vorne verlegt worden, moniert Innenminister Pistorius. Nun wird Strafanzeige wegen Geheimnisverrats gestellt.

Nach der vorab bekanntgewordenen Razzia bei einem mutmaßlichen Salafisten-Verein in Hildesheim stellt Niedersachsens Innenministerium Strafanzeige wegen Geheimnisverrats. Der Vorwurf laute auf "Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht", sagte ein Ministeriumssprecher in Hannover.

Die Durchsuchung der Moschee des "Deutschsprachigen Islamkreis Hildesheim e.V." (DIK) und mehrerer Wohnungen von Vorstandsmitgliedern am Mittwoch musste nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius übereilt angegangen werden. Grund sei ein Medienbericht über die geplante Aktion gewesen. Pistorius geht davon aus, dass "irgendjemand etwas durchgesteckt" hat.

Bei der Aktion durchsuchte die Polizei mit rund 400 Beamten die DIK-Moschee sowie acht Privatwohnungen. Dabei wurde Beweismaterial sichergestellt. Festnahmen gab es nicht. Der DIK in Hildesheim ist nach Angaben des Innenministers ein bundesweiter Hot-Spot der radikalen Salafistenszene. Ziel ist ein Verbot des Moscheevereins.

Quelle: ntv.de, jgu/dpa