Politik

Vorbei an FehmarnMit Sonnensegel, ohne Futter: Wal bewegt sich auf Dänemark zu

29.04.2026, 13:04 Uhr
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Ein-Schlepperverband-zieht-den-Wal-in-einem-mit-Wasser-gefuellten-Lastkahn-kurz-vor-der-daenischen-Grenze-Aufnahme-aus-einem-Flugzeug-Der-aus-einer-flachen-Bucht-vor-Wismar-geborgene-Buckelwal-wird-in-Richtung-Nordsee-transportiert-Der-Meeressaeuger-hatte-zuvor-vier-Wochen-in-der-Bucht-der-Insel-Poel-festgesteckt
Ein Schlepperverband zieht den Wal in einem mit Wasser gefüllten Lastkahn. (Foto: picture alliance/dpa)

Langsam bewegt sich der Schlepperverband mit dem einst gestrandeten Wal in Richtung Nordsee. Den Fehmarnbelt lässt er hinter sich. Das Tier floate und bewege die Flipper, heißt es von einem Helfer.

Das Transportboot mit dem wochenlang an der Ostseeküste gestrandeten Buckelwal befindet sich auf dem Weg Richtung Nordsee. Am Vormittag befand sich der Verband aus Schlepperboot und Lastkahn nördlich von Fehmarn zwischen der schleswig-holsteinischen Insel und der dänischen Insel Lolland. Nach Plänen der privaten Initiative soll der Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann dort ausgesetzt werden. Wo genau, stehe noch nicht fest, sagte ein Mitglied der Initiative, das den Schleppverband begleitet.

Der rund zwölf Meter lange und etwa zwölf Tonnen schwere Meeressäuger hatte vier Wochen in der Bucht der Insel Poel festgesteckt. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler versucht die private Initiative seit Mitte April, den gestrandeten Wal zu bergen und lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen. Am Dienstag gelang es, das Tier in eine sogenannte Barge zu bugsieren. In diesem mit Wasser gefüllten Lastschiff, das von dem Mehrzweckschiff "Fortuna B" gezogen wird, ist es aktuell auf dem Weg in Richtung Nordsee.

Der Buckelwal liegt während seines Transports in Richtung Nordsee nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium in einem gefluteten Lastschiff auf einem Bett aus Sand. Das Tier sei quasi sein eigener Anker, sagte ein Sprecher von Minister Till Backhaus in Schwerin. Der Wal sei nicht angebunden. Am Mittag wollten der Minister und Beteiligte der Rettungsaktion in Kirchdorf auf Poel über den aktuellen Stand berichten.

Neue Kamera

Ein Mitglied der Initiative auf dem Schleppverband sagte, über der Barge mit dem Wal sei am Vormittag ein Sonnensegel angebracht worden, um den Wal zu schützen. Zudem sei er bewässert worden. Er floate und bewege die Flipper. Gefüttert werden solle der Wal nicht.

Die Informationen ließen sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. Zuletzt waren Angaben zum Zustand des Wals häufig von Beteiligten gemacht worden, die keine ausgewiesene Expertise für Großwale besitzen. Unabhängige Fachleute, wie etwa die Wal- und Delfin-Schutzorganisation WDC, warnen davor, das Verhalten des Tieres, wie seine vermeintliche Ruhe, zu vermenschlichen. Zudem halten Experten den Lebendtransport für risikoreich und die längerfristigen Überlebenschancen des Wals für gering.

Der Schlepper "Robin Hood", der die Barge bis südöstlich von Fehmarn gezogen hatte, bevor es von der größeren "Fortuna B" abgelöst wurde, dient laut Initiative nun quasi als Shuttle, um Helfer von der "Fortuna B" auf die Barge und zurückzubringen. Es soll den Angaben zufolge unter anderem versucht werden, eine Kamera an der Barge zu befestigen, um den Wal auch von dem Mehrzweckschiff beobachten zu können. Man hoffe, dass das funktioniere.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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