"Es sah gefährlich aus"Staatsschutz ermittelt zu möglichem Anschlagsplan auf Özdemir

Am 8. März finden die Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt. Für die Grünen tritt der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir an. Während einer Wahlkampfveranstaltung Ende Januar verhindert offenbar einer seiner Personenschützer einen Anschlag auf den Politiker.
Per Zufall wurde Ende Januar ein möglicher Brandanschlag auf den baden-württembergischen Grünen-Politiker Cem Özdemir verhindert. Dabei wurde ein mit brennbarem Material gefülltes Plastikröhrchen im Gebälk eines Fachwerkgebäudes entdeckt, wie der "Spiegel" berichtet. Bisher war laut Polizeibericht lediglich von einem "Docht" die Rede. Das Röhrchen war so zwischen den Balken der historischen Kelter in Metzingen (Kreis Reutlingen) platziert, dass das Holz bereits angekokelt und verrußt war.
An jenem Abend waren rund 400 Menschen an den Veranstaltungsort gekommen, um Özdemirs Wahlkampfauftritt zu verfolgen. Die grüne Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg ist auf die Flamme aufmerksam geworden. "Es sah gefährlich aus", sagte sie, "das brennende Röhrchen ist mit Absicht dort aufgestellt worden". Keiner wisse, was geschehen wäre, wenn man es nicht entdeckt hätte. Ein anwesender Personenschützer löschte die Flamme.
Wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung haben das Landeskriminalamt und das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart die Ermittlungen übernommen. Demnach könnte es ein politisches Motiv geben. Die Behörden machten zunächst jedoch keine Angaben zu möglichen Tatverdächtigen.
Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Bundeslandwirtschaftsminister habe erst nach der Veranstaltung von dem Vorfall erfahren. "Zum Glück ist der brennende Gegenstand schnell gefunden worden", sagte der Özdemir gegenüber dem "Spiegel". Die Polizei habe sehr umsichtig gehandelt. "Wahlkampf heißt für mich an erster Stelle, vor Ort zu sein, das Gespräch zu suchen." Das Geschehene habe ihn "sehr umgetrieben". "Denn wo der offene Austausch angegriffen wird, steht die Basis unserer Demokratie auf dem Spiel."
Özdemir geht als Spitzenkandidat für die Grünen in die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, die am 8. März stattfinden. Er möchte Nachfolger seines Parteikollegen Winfried Kretschmann als Ministerpräsident werden.