Politik

Armenien meldet mehrere Tote Neue Gefechte im Konflikt um Kaukasus-Region

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Russland hatte nach dem Krieg im vergangenen Jahr eigene Truppen in die Kaukasus-Region entsandt.

(Foto: picture alliance / AA)

Mehr als 6500 sterben im vergangenen Jahr im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan. Nun werden aus der Region neue Gefechte gemeldet. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, das Feuer eröffnet zu haben. Wieder sterben Menschen.

An der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan ist es zu den schwersten Gefechten seit dem 44-Tage-Krieg im vergangenen Jahr gekommen. Armenien gab den Tod von mehr als einem Dutzend Soldaten bekannt und bat den Verbündeten Russland um Hilfe bei der Verteidigung des Landes. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation. Russland rief die Konfliktparteien zu Zurückhaltung auf. Am Abend teilte das armenische Verteidigungsministerium mit, nach russischer Vermittlung eine Waffenruhe im Grenzgebiet ausgerufen zu haben. Nach Auskunft des russischen Präsidialamts hatte zuvor Staatschef Wladimir Putin in einem Telefonat mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan über den Konflikt gesprochen.

Nach armenischen Angaben waren heimische Truppen von aserbaidschanischer Artillerie und Panzern angegriffen worden. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium wiederum teilte mit, die Armee habe auf den Beschuss heimischer Militärstellungen durch armenische Soldaten reagiert und ihren Einsatz erfolgreich abgeschlossen.

Armenien gab an, 15 seiner Soldaten seien getötet und zwölf gefangen genommen worden. Das Land teilte ferner den Verlust von zwei militärische Stellungen an der Grenze mit. Es rief zugleich Russland auf, im Rahmen eines Verteidigungsbündnisses Hilfe zu leisten, wie die russische Agentur Interfax meldete. Eine Reaktion der Regierung in Moskau darauf lag zunächst nicht vor.

Russland unterhält eine Militärbasis in Armenien. Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan kämpfen schon seit langem um die Kaukasus-Region Bergkarabach. Völkerrechtlich gehört das Gebiet zu Aserbaidschan, von dem es sich aber 1991 losgesagt hatte. Der Konflikt hatte im vergangenen Jahr zu einem Krieg geführt, der nach sechs Wochen mit einer von Russland vermittelten Waffenruhe endete. Russland entsandte 2000 Friedenssoldaten nach Bergkarabach.

Aserbaidschan hatte in dem Krieg, in dem mindestens 6500 Menschen starben, Territorium zurückgewonnen, das es in einem früheren Konflikt verloren hatte. Das Land wird von der Türkei unterstützt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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