Politik

30 weitere Medien gesperrt Moskau blockt russische BBC-Seiten

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Seit heute geblockt: die russische Ausgabe der BBC.

Angeblich führt der Westen einen "Informationskrieg" gegen Russland. Das Außenministerium blockt deshalb die Internetseiten der BBC und 30 weiterer Medien. Wer sich über den Krieg des Kreml gegen die Ukraine unabhängig informieren will, braucht eine verschlüsselte VPN-Verbindung.

Russland hat den Zugang zu Internetauftritten von mindestens 30 Medien gesperrt. Unter anderem habe die russische Behörde Roskomnadsor die Website der BBC blockiert, erklärte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf Telegram. Das sei "nur der Anfang von Vergeltungsmaßnahmen für den Informationskrieg, den der Westen gegen Russland entfesselt hat", fügte sie hinzu.

Russische und ausländische Medien wie die preisgekrönte Enthüllungswebsite Bellingcat, zwei russischsprachige israelische Nachrichtenseiten und regionale Portale wie Permdaily.ru waren am Mittwoch von russischen IP-Adressen aus nicht mehr erreichbar. Die Websites werden auf der offiziellen Sperrliste der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor geführt.

Nur noch mit VPN erreichbar

Unter den geblockten Medien sind auch mehrere ukrainische Medien wie das unabhängige Medium Kawkasi Usel (Kawkas-usel.eu), das über den Kaukasus berichtet, ein estnisches Portal, das eine russischsprachige Version betreibt, sowie ein Medium aus der Stadt Ust-Kut in Sibirien (ust-kut24.ru). Geblockt wurden auch einige ukrainische Medien wie nowosti.dn.ua und bukinfo.ua und ein bulgarisches Medium (news.bg) sowie eine Website mit Nachrichten über den ukrainischen Fußballverein Dynamo Kiew (dynamomania.com). Mit Programmen zur verschlüsselten Kommunikation über sogenannte virtuelle private Netzwerke (VPN) waren die Internetseiten weiterhin zu erreichen.

Seit dem Beginn des Militäreinsatzes in der Ukraine haben die russischen Behörden den Zugang zu Online-Medien massiv eingeschränkt. Betroffen sind auch internationale Online-Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram. Anfang März hatte Präsident Wladimir Putin zudem ein Gesetz unterzeichnet, das drakonische Haftstrafen bei "Falschinformationen" über die russische Armee vorsieht. Auch Journalisten aus dem Ausland ist es offiziell verboten, von "Krieg", "Invasion" oder "Einmarsch" im Nachbarland Ukraine zu sprechen. Zuwiderhandlungen können mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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