Politik

"Sondereinsatz" unausweichlich Putin: Westen führt Zerschlagung Russlands im Schilde

65f8e27692a0c946eac0e889f02456f3.jpg

Putin teilt auch verbal kräftig aus.

(Foto: via REUTERS)

Russlands Präsident Putin präsentiert seine besondere Sicht auf seinen Angriffskrieg. Er erhebt schwere Vorwürfe, der Westen zwinge die Ukraine zu Kriegshandlungen. Er selbst wolle das Nachbarland nicht besetzen. Zugleich teilt er mit, ein ökonomischer Blitzkrieg gegen sein Land sei gescheitert.

Fast drei Wochen nach Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine hat Präsident Wladimir Putin schwere Vorwürfe erhoben. So führe der Westen eine Zerschlagung Russlands im Schilde. Dieser Versuch werde scheitern, sagte Putin. Sein Land habe keine andere Wahl als den "militärischen Sondereinsatz" in der Ukraine gehabt. "Alle diplomatischen Möglichkeiten waren ausgeschöpft."

Russland sei bereit, einen neutralen Status der Ukraine zu erörtern und werde die Ziele seiner Militäraktion erreichen, die nach Plan verlaufe. Zugleich versicherte Putin, russische Truppen nahe Kiew oder anderer Städte bedeuteten nicht, dass sie die Ukraine besetzen wollten. "Ein solches Ziel haben wir nicht." Der Westen hatte auf den Angriffskrieg mit beispiellosen Sanktionen gegen Moskau reagiert.

Putins Worten nach drängen die westlichen Schutzherren die Ukraine zu einer Fortsetzung des Blutvergießens. Sie lieferten Waffen, Informationen und schickten Söldner in das Nachbarland, sagte Putin in Moskau bei einer Sitzung zur sozialen und wirtschaftlichen Lage. Russland werde aber nicht zulassen, dass die Ukraine zum Aufmarschgebiet einer Aggression gegen Russland werde.

"Ökonomischer Blitzkrieg gegen Russland"

Die USA und die Europäische Union hätten Russland quasi als zahlungsunfähig erklärt, sagte Putin in seinen im Staatsfernsehen übertragenen Aussagen gegenüber Ministern. Mit seinem Vorgehen werde der Westen Russland aber stärken. "Die Probleme des Westens werden nur wachsen", sagte er und verwies auf die steigenden Energiekosten. Der russische Präsident zeigte sich überzeugt, dass der Westen in jedem Fall Sanktionen gegen sein Land verhängt hätte. "Der Westen macht sich nicht einmal die Mühe zu verbergen, dass es sein Ziel ist, der gesamten russischen Wirtschaft und jedem einzelnen Russen zu schaden." Wenn der Westen glaube, dass Russland zusammenbrechen oder nachgeben würde, "dann kennen sie weder unsere Geschichte noch unser Volk".

Mehr zum Thema

Der "Plan eines ökonomischen Blitzkriegs gegen Russland" sei nicht aufgegangen. Die Inflation und die Arbeitslosigkeit würden steigen, sagte Putin zwar. Aber: "Wir werden diese Fragen angehen." Steigende Preise würden sich auf die Gehälter der Menschen auswirken. Familien mit Kindern verspricht er Unterstützung. Putin versicherte, die Zentralbank werde kein Geld drucken müssen. Die russische Wirtschaft werde sich an die Gegebenheiten der westlichen Sanktionen anpassen, sagte Putin.

An die Bürger westlicher Länder gerichtet sagte Putin: "Wenn man Sie jetzt mit Nachdruck überzeugen will, dass Ihre Schwierigkeiten das Ergebnis feindlicher Handlungen Russlands sind, dass aus Ihrer Tasche der Kampf gegen eine erdachte russische Bedrohung bezahlt werden muss - dann ist das eine Lüge." Russland hatte das kleinere Nachbarland Ukraine am 24. Februar angegriffen.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen