Politik

Truppenaufmarsch an Grenze Moskau droht, aber "bedroht niemanden"

imago0114366084h.jpg

Moskau warnt den Westen vor einer Truppenverlegung in die Ukraine.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Der Kreml zieht Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammen. Kiew wertet dies als "bedrohliche Atmosphäre" und vermutet, dass die Rebellen in den Separatistengebieten unterstützt werden wollen. Moskau warnt vor Gegenreaktionen. Derweil sichert US-Präsident Biden Kiew seine Unterstützung zu.

Moskau hat bestritten, die Ukraine zu "bedrohen". Zugleich kündigte der Kreml seinerseits "Maßnahmen" an, sollten westliche Staaten Streitkräfte in das Land entsenden. "Russland bedroht niemanden und hat nie jemanden bedroht", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er reagierte damit auf die scharfe Kritik der US-Regierung an einer mutmaßlichen russischen Truppenverlegung an die Grenze zur Ukraine. Unterdessen sicherte US-Präsident Joe Biden der Regierung in Kiew seine volle Unterstützung zu.

Zu einer möglichen westlichen Truppenverlegung in die Ukraine sagte Peskow, dass "ein solches Szenario zweifellos zu einem weiteren Anstieg der Spannungen in der Nähe der russischen Grenzen führen" würde. "Natürlich würde dies zusätzliche Maßnahmen der russischen Seite erforderlich machen, um die russische Sicherheit zu gewährleisten", fügte er hinzu.

In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj betonte Biden nach Angaben des Weißen Hauses "die unerschütterliche Unterstützung der Vereinigten Staaten für die Souveränität und Integrität der Ukraine angesichts der andauernden russischen Aggression im Donezkbecken und auf der Krim". Selenskyj seinerseits würdigte nach dem Telefonat die Bedeutung der Partnerschaft als "entscheidend für die Menschen in der Ukraine".

Washington sichert Kiew Unterstützung zu

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland zuvor vorgeworfen, seine Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine verstärkt zu haben. Moskau wolle dadurch eine "bedrohliche Atmosphäre" schaffen. Der ukrainische Militärgeheimdienst beschuldigte die russische Armee, ihre Präsenz in den von den pro-russischen Rebellen kontrollierten Regionen Donezk und Luhansk ausweiten zu wollen.

Mehr zum Thema

Washington zeigte sich angesichts der Berichte besorgt. US-Außenamtssprecher Ned Price verurteilte die "jüngste Eskalation des aggressiven und provokativen Vorgehens Russlands im Osten der Ukraine" und warnte Moskau vor Versuchen, "unseren Partner Ukraine einzuschüchtern oder zu bedrohen". Nach Angaben Kiews sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin seinem ukrainischen Kollegen Andrej Taran in einem Telefonat zu, die Ukraine "im Falle einer eskalierenden russischen Aggression" nicht allein zu lassen.

Im seit 2014 andauernden Konflikt um die Ostukraine wurden bislang mehr als 13.000 Menschen getötet. Russland weist den Vorwurf zurück, es unterstütze die Rebellen in der Region militärisch. Im Juli vergangenen Jahres hatten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand geeinigt. Seit Mitte Februar gibt es aber verstärkte Kampfhandlungen, die den ohnehin fragilen Waffenstillstand untergraben.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.