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Marine-Basis in Mittelamerika? Moskau steuert Nicaragua an

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Ungleiche Partner: Nicaragua knüpft neue Verbindungen nach Russland.

REUTERS

Das wird den Vereinigten Staaten überhaupt nicht gefallen: Moskau handelt mit einer befreundeten Nation in Mittelamerika eine engere militärische Kooperation aus. Nicaragua öffnet seine Häfen für russische Kriegsschiffe.

In der südlichen Nachbarschaft der USA könnten schon bald Schiffe der russischen Marine auftauchen: Russland und Nicaragua wollen künftig militärisch enger zusammenarbeiten.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu und der nicaraguanische Heereschef General Julio César Avilés unterzeichneten bei einem Treffen in Managua eine Reihe von Abkommen. Russische Kriegsschiffe dürfen den Angaben zufolge künftig Nicaragua anlaufen, um das mittelamerikanische Land als Versorgungsbasis für humanitäre Einsätze oder Anti-Drogen-Operationen zu nutzen. Im Gegenzug vereinbarten beide Seiten unter anderem, dass Kadetten der nicaraguanischen Marine künftig in Russland geschult werden sollen.

Unklar blieb, welche Art von "humanitären Einsätzen" Russlands Marine in Nicaragua übernehmen könnte. An seiner Pazifikküste verfügt das wirtschaftlich verarmte Land derzeit mit Corinto nur über einen einzigen größeren Seehafen mit entsprechenden Anlagen zur Versorgung größere Handels- oder Kriegsschiffe. Die Errichtung eines zweiten Überseehafens am Pazifik ist im Zusammenhang mit den Plänen zum Bau des Nicaragua-Kanals am Standort Brito vorgesehen.

Neue Allianz im Süden der USA?

"Diese Verträge erweitern unsere militärische Kooperation und technische Zusammenarbeit", sagte Schoigu. Besonders schlagkräftig ist die Marine Nicaraguas nicht: Die Fuerza Naval genannten Seestreitkräfte bestehen größtenteils aus Patrouillenbooten, Minenräumschiffen und kleineren Einheiten zur Küstenverteidigung.

Neben Nicaragua besucht der russische Verteidigungsminister in der Region auch Venezuela und Kuba, um über militärische Kooperationen zu verhandeln. Alle drei Staaten haben derzeit eher mit wirtschaftlichen Problemen und innenpolitischen Spannungen als mit sicherheitspolitischen Herausforderungen zu kämpfen.

Nicaragua ist trotz aller Bemühungen zur Förderungen Erneuerbarer Energien auf verbilligte Öllieferungen aus Venezuela angewiesen. Mit Abstand wichtigster Handelspartner sind die USA. Von dort strömen auch vergleichsweise große Mengen an Devisen ins Land. Das Geld stammt von Auslands-Nicaraguanern, die ihre in den USA verdienten Ersparnisse an ihre Familien in der Heimat überweisen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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