Politik

Millionenbetrug durch Manafort Mueller erweitert Klage gegen Trump-Berater

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Der frühere FBI-Chef Robert Mueller ermittelt seit Mai 2017 in der Russland Affäre um Donald Trumps Wahlkampf.

(Foto: picture alliance / Pete Marovich)

In den Ermittlungen um angebliche Russland-Verwicklungen erhöht Sonderermittler Mueller den Druck auf Trumps Ex-Berater Manafort. In einer neuen Anklage wird ihm und einem Partner millionenschwerer Steuer- und Bankbetrug vorgeworfen.

US-Sonderermittler Robert Mueller erweitert die Anklage gegen den ehemaligen Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump. Der Sonderermittler legte eine neue Klageschrift vor, die Trumps Ex-Berater Paul Manafort und dessen früheren Geschäftspartner Richard Gates Steuer- und Bankbetrug in 32 Anklagepunkten zur Last legt. Sie sollen die Bundessteuerbehörde betrogen und US-Banken belogen haben, um Kredite in Höhe von rund 20 Millionen Dollar (16 Millionen Euro) zu bekommen.

Mit der neuen Klage erhöht Mueller den Druck auf Trumps früheren Wahlkampfchef. Zuvor hatte er Manafort und Gates bereits wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit ihrer Lobbyistentätigkeit für pro-russische Kräfte in der Ukraine angeklagt. Auch die neuen Vorwürfe stehen nicht in Zusammenhang mit dem Präsidentschaftswahlkampf 2016.

Insgesamt rund 75 Millionen Dollar verschleierten Manafort und Gates laut den Ermittlern über Offshore-Konten vor allem in Zypern vor dem Fiskus. Ein großer Teil des Geldes sei unter anderem getarnt als Kredite zurück in die USA geflossen. Auf diese Weise hätten beide die Einkommenssteuer vermieden.

Geheime Absprachen mit Russland?

Ein Sprecher Manaforts zeigte sich "zuversichtlich, dass er freigesprochen wird". Manafort sei unschuldig. Manafort hatte vor seiner Berufung zu Trumps Wahlkampfmanager gemeinsam mit Gates durch Tätigkeiten in der Ukraine zweistellige Millionenbeträge eingenommen. Seit 2006 bis in die Gegenwart hätten beide ihre Einnahmen vor den US-Behörden verborgen, aus dem Geld aber Nutzen gezogen, heißt es nun in der neuen Anklage.

Manafort war im Juni 2016 zum Wahlkampfleiter Trumps ernannt worden. Zwei Monate später musste er den Posten wieder abgeben, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe mehr als zwölf Millionen Dollar von der Partei des damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch erhalten.

Sonderermittler Mueller untersucht, ob es zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2016 geheime Absprachen gab. Muellers Team untersucht außerdem, ob der US-Präsident die Ermittlungen gegen sich behindert hat.

Quelle: ntv.de, mra/AFP