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Mögliche Justizbehinderung Mueller übermittelt Fragenliste an Trump

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Trump soll unter anderem die Comey-Entlassung erklären.

(Foto: AP)

US-Sonderermittler Mueller lässt nicht locker. Einem Zeitungsbericht zufolge hat er in der Russland-Affäre noch eine ganze Reihe von Fragen an US-Präsident Trump. Der Katalog liegt nun erstmal bei dessen Anwälten.

In den Untersuchungen zur Russland-Affäre hat US-Sonderermittler Robert Mueller einem Zeitungsbericht zufolge eine Liste mit Fragen an das Weiße Haus übergeben. Darin gehe es unter anderem auch um den Verdacht einer möglichen Justizbehinderung durch Präsident Donald Trump, berichtet die "New York Times". Muellers Team habe den Fragenkatalog in einem Telefonat an Trumps Anwälte weitergegeben.

Mueller möchte dem Bericht zufolge wissen, ob Trump von möglichen illegalen Kontakten zwischen seinem Wahlkampfteam und Moskau gewusst hat - darunter auch ein Treffen mit einer russischen Anwältin im Juni 2016 im Trump Tower, bei dem es um brisantes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegangen sein soll. "Wann haben Sie von dem Treffen im Trump Tower erfahren?", lautet eine der Fragen.

Die Zeitung beruft sich auf eine Quelle außerhalb von Trumps Anwaltsteam. Demnach wolle Mueller außerdem von Trump wissen, ob er mit Mitarbeitern seines Wahlkampfteams über Pläne für ein mögliches Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen hat.

Was wusste Trump?

In weiteren Fragen geht es dem Bericht zufolge um die Beweggründe des Präsidenten, den früheren FBI-Direktor James Comey zu feuern. Mueller fragt demnach auch, ob Trump seinem früheren Sicherheitsberater Michael Flynn eine Begnadigung angeboten hat. "Welche Anstrengungen wurden unternommen, um auf Herrn Flynn zuzugehen, um ihm Immunität oder eine mögliche Begnadigung zu gewähren?", lautet eine der Fragen.

Die Fragen deuten darauf hin, dass Mueller genug Indizien hat, um dem Verdacht einer Justizbehinderung durch Trump nachzugehen. Dieser gründet sich unter anderem auf der besagten Entlassung von FBI-Chef Comey im vergangenen Mai.

Mueller hat zudem offenbar Grund zu der Annahme, dass Trump von den Russland-Kontakten seines Wahlkampfteams gewusst haben könnte. Es gibt allerdings weiter keine Hinweise darauf, dass Mueller den Präsidenten selbst als Ziel der Ermittlungen betrachtet oder Beweise für aktive Absprachen mit Russland gefunden hat. Muellers Büro gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme ab. Trump hatte die Vorwürfe wiederholt allesamt zurückgewiesen und die Ermittlungen als "Hexenjagd" bezeichnet.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP

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