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Kreml-Gegner auf Brücke erschossen Mutmaßliche Nemzow-Mörder vor Gericht

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Boris Nemzow: Das Motiv für seine Ermordung ist nach wie vor unklar.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Februar 2015 wird der Kreml-Kritiker Boris Nemzow in Moskau auf offener Straße ermordet. Schon kurz darauf werden fünf Verdächtige festgenommen - sie stehen nun vor Gericht. Der Auftraggeber des Mordes ist jedoch noch auf der Flucht.

Im Prozess wegen der Ermordung des prominenten russischen Oppositionellen Boris Nemzow hat die erste öffentliche Gerichtsanhörung stattgefunden. In dem Gerichtssaal in Moskau, in dem sich Journalisten, Diplomaten und Bürgerrechtler drängten, nahmen die fünf Angeklagten in einem Glaskasten Platz. Die Staatsanwältin Maria Semenenko sagte, die Angeklagten hätten Nemzow gegen Geld ermordet. Sie gab aber zu, dass das Motiv bei den Ermittlungen im Dunkeln geblieben sei.

Die Ermordung des prominenten Oppositionspolitikers am 27. Februar 2015 auf einer Brücke über der Moskwa in Sichtweite des Kreml hatte für große Empörung gesorgt. Als Täter wurden im März 2015 die fünf Angeklagten Saur Dadajew, Schadid und Ansor Gubaschew, Bemirlan Esterchanow und Chamsat Bachajew festgenommen. Alle fünf Männer stammen aus den Kaukasus-Republiken Tschetschenien und Inguschetien und plädierten auf nicht schuldig. Ihnen droht lebenslange Haft.

Als Auftraggeber wurde im Dezember 2015 der Tschetschene Ruslan Muchudinow identifiziert, doch ist dieser weiter flüchtig. Viele Freunde Nemzows sehen ohnehin als eigentlichen Auftraggeber den autoritären tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow oder jemanden aus seinem Umfeld. Laut der Staatsanwältin Semenenko erhielten die Täter 15 Millionen Rubel (213.000 Euro) für den Mord. Sie hätten dafür zwei Wohnungen, ein Auto und Waffen gekauft und einen "sorgfältigen Plan" erarbeitet.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa

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