Politik

Verletzte und Tote bei Demos Myanmars Polizei schießt scharf auf Bürger

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Die Polizei setzt jetzt auch scharfe Munition gegen Demonstranten ein.

(Foto: REUTERS)

Der Protest gegen den Militärputsch in Myanmar droht zusehends zu eskalieren. Die Sicherheitskräfte gehen mit aller Härte gegen die Demonstranten vor. Weitere Tote sind zu beklagen. Dutzende Menschen werden verletzt.

Bei den Protesten gegen die Militärjunta in Myanmar sind mindestens zwei Menschen durch Sicherheitskräfte getötet worden. Etwa 30 weitere Menschen wurden in Mandalay verletzt, wie Rettungskräfte berichteten. Sicherheitskräfte hätten in der Stadt das Feuer auf Demonstranten eröffnet.

Die Sicherheitskräfte schossen mit scharfer Munition auf Demonstranten, die sich zu einer Kundgebung in Mandalay, der zweitgrößten Stadt des Landes, versammelten. Unter den Todesopfern befindet sich den Rettungskräften zufolge auch ein Junge, dem in den Kopf geschossen wurde. Mehrere hundert Polizisten waren an dem Einsatz auf einer Werft beteiligt. Mindestens fünf Menschen seien außerdem von Gummigeschossen getroffen worden, sagte ein Fotograf, der sich vor Ort befand.

Hunderte Polizisten und Soldaten waren im Laufe des Tages an der Yadanarbon-Werft in Mandalay im Einsatz. Demonstranten schrien die Polizei an, dass sie verschwinden solle. Daraufhin feuerte die Polizei mit scharfer Munition. Sie setzte auch Gummigeschosse und Steinschleudern ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.

Eine Frau wurde von einem Gummigeschoss am Kopf getroffen. Auf einem Video, das live über Facebook ausgestrahlt wurde, klang es, als werde durchgehend geschossen. Erst am Freitag war eine junge Frau gestorben, die bei den Protesten gegen den Putsch am 9. Februar in Naypyidaw von einer Kugel in den Kopf getroffen wurde.

Protestierende wollen Verfassung kippen

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In dem südostasiatischen Land herrscht Aufruhr, seit das Militär am 1. Februar die Regierung gestürzt und die De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi festgenommen hatte. An dem Tag hätte das im November neu gewählte Parlament zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen sollen. Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NDL) hatte die Wahl mit großem Vorsprung gewonnen, das Militär spricht aber von Betrug.

Hunderttausende Menschen beteiligten sich bislang an Straßenprotesten, mehrere hundert Menschen wurden festgenommen. Die Protestierenden fordern die Wiedereinsetzung von Suu Kyi. Außerdem wollen sie die Verfassung von 2008 kippen, in der dem Militär eine prägende Rolle in der Politik zugeschrieben wird. Die Armee hat bis 2011 ununterbrochen in Myanmar geherrscht.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/rts