Politik

Kampf um Parteivorsitz NRW-CDU stellt sich hinter Laschet und Spahn

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Weiter so oder neuer Kurs? Die größten Landesverbände der CDU wollen Laschet (l.) oder Merz als Nachfolger von Kramp-Karrenbauer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Obwohl die Entscheidung erst auf dem Parteitag in Berlin fällt, sortieren sich die größten CDU-Landesverbände bereits hinter den Bewerbern: Während Außenseiter Röttgen wohl chancenlos dasteht, gewinnt das Duo Laschet-Spahn die NRW-CDU für sich. Die Baden-Württemberger wollen dagegen Merz.

Im Rennen um den CDU-Bundesvorsitz stellt sich der Vorstand des mächtigen CDU-Landesverbands Nordrhein-Westfalen hinter seinen Vorsitzenden Armin Laschet. Bei einer Sitzung habe das Führungsgremium beschlossen, Ministerpräsident Laschet für den Vorsitz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Stellvertreter zu nominieren.

Wie die NRW-CDU mitteilte, fiel das Votum des Vorstands bei seiner geheimen Wahl allerdings nicht einstimmig aus: Das Team habe 93,1 Prozent Zustimmung erhalten, konkret gab es 27 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen. Die CDU wertet Enthaltungen wie ungültige Stimmen. Dadurch fällt die Zustimmung in Prozent höher aus. Neben Laschet gibt es mit Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und dem CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen zwei weitere Kandidaten aus NRW für den Spitzenposten.

Niedersachen neigen zu Laschet

In Niedersachsen sprach sich CDU-Chef Bernd Althusmann ebenfalls klar für Laschet als künftigen Bundesvorsitzenden der CDU aus. Seine persönliche Meinung sei, dass er dem Duo Spahn und Laschet "absolute Führungsfähigkeit" zutraue, sagte Althusmann am Abend in Hameln. 90 Prozent des Präsidiums der Niedersachsen-CDU hätten bei einer Abfrage am Vortag seine Meinung geteilt. "Ich habe Armin Laschet als erfolgreichen Ministerpräsidenten erlebt, der die Fäden bundesweit zusammenhält." Laschet sei ein Stabilitätsfaktor.

Althusmann kritisierte die Kampfabstimmung, die es nun um die Nachfolge von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer geben wird. Von den drei Bewerbern um den Parteivorsitz hätte er erwartet, dass sie sich im Sinne der Sache im Vorfeld auf einen Kandidaten einigen. Neben Laschet treten Ex-Umweltminister Norbert Röttgen und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz an. Röttgen räumte Althusmann keine Chancen ein. Niedersachsen ist der drittgrößte CDU-Landesverband.

Zweitbeste Lösung: Baden-Württemberg will Merz

Zuvor hatte die Spitzenkandidatin der CDU-Baden-Württemberg, Susanne Eisenmann, für Merz als neuen Parteichef votiert. "Uns als CDU muss es gelingen, wieder erkennbar zu machen, wofür die CDU in ihrer Breite steht. Ich bin überzeugt, dass dies mit Friedrich Merz noch besser gelingen kann als mit Armin Laschet", sagte die baden-württembergische Kultusministerin zu Reuters. Sie traue dem Ex-Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag auch uneingeschränkt zu, "dass er seine Antennen an der heutigen Zeit ausrichtet - zum Beispiel hinsichtlich einer veränderten Gesellschaft oder der inhaltlichen Angebote auch für Wählerinnen". Damit trat sie Kritik entgegen, dass Merz für Wähler außerhalb der CDU-Kernklientel nicht attraktiv sei.

Allerdings deutete Eisenmann an, dass Merz für sie nur die zweitbeste Lösung ist. Sie hätte sich einen Generationswechsel vorstellen können, "was sicher mit der Person Jens Spahn am deutlichsten verbunden gewesen wäre", sagte sie. Doch Spahn habe entschieden, sich nicht um den CDU-Vorsitz zu bewerben. Eisenmann tritt als CDU-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl im März 2021 an. Die CDU-Baden-Württemberg ist nach Nordrhein-Westfalen der zweitgrößte Landesverband. Auch der Landesvorsitzende Thomas Strobl hat sich für Merz ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung fällt auf einem Sonderparteitag am 25. April in Berlin.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/rts