Politik

Nach Bruch mit US-PräsidentTrump-Kandidat ersetzt Hardlinerin Greene im Repräsentantenhaus

08.04.2026, 07:33 Uhr
00:00 / 03:17
Rep-Marjorie-Taylor-Greene-R-Ga-listens-during-a-hearing-of-the-House-Committee-on-Homeland-Security-on-Capitol-Hill-in-Washington-Thursday-Dec-11-2025
Marjorie Taylor Greene war lange eine glühende Unterstützerin des US-Präsidenten. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Epstein-Akten führten zu einem Zerwürfnis zwischen der republikanischen Kongressabgeordneten Greene und Trump. Seitdem kritisiert sie den US-Präsidenten immer wieder. Ihr Amt wird nun ein neuer Gefolgsmann Trumps übernehmen.

Der Republikaner Clay Fuller ersetzt Medien zufolge die Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene. Die Bürger des 14. Wahlbezirks im Nordwesten des US-Bundesstaates Georgia stimmten mehrheitlich für ihn, wie unter anderem "Politico" und die "New York Times" berichteten. Der ehemalige Staatsanwalt setzt sich damit gegen den gemäßigten Demokraten Shawn Harris durch. US-Präsident Donald Trump hatte sich vor der Wahl für Fuller ausgesprochen.

Die Wahl war nötig geworden, da die bisherige Abgeordnete, die konservative Hardlinerin Marjorie Taylor Greene, ihr Mandat im Januar nach einem öffentlichen Bruch mit Trump niedergelegt hatte. Greene, einst glühende Unterstützerin Trumps, war nach dem Zerwürfnis zur erbitterten Widersacherin des US-Präsidenten geworden. Die 51-Jährige kritisierte Trump etwa dafür, wie die Veröffentlichung der Ermittlungsakten zum Fall um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehandhabt wurde. Trump bezeichnete Greene unterdessen als "durchgeknallt".

Greene zeigte sich in ihrem damaligen Statement frustriert: Wenn sie sich für amerikanische Frauen einsetze, die missbraucht worden seien, "sollte ich dafür nicht als Verräterin bezeichnet und vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, für den ich gekämpft habe, bedroht werden".

Als einzige Republikanerin forderte sie eine Absetzung Trumps wegen mentaler Unfähigkeit in Bezug auf den Iran-Krieg. "Wir können nicht eine ganze Zivilisation töten", schrieb sie auf X. "Das ist böse und wahnsinnig." Trump hatte zuvor mit einer Auslöschung des Iran gedroht.

Achtungserfolg für Demokraten

Obwohl der Kandidat der Demokraten, Shawn Harris, verlor, ist sein Ergebnis in dem stark republikanisch geprägten Bezirk ein Achtungserfolg. Nach Auszählung von 76 Prozent der Stimmen kam er auf 44,4 Prozent und lag damit nur rund elf Prozentpunkte hinter Fuller. Vor zwei Jahren hatte Harris gegen Greene noch mit einem Abstand von fast 30 Prozentpunkten verloren. Fullers Sieg vergrößert die knappe Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus auf 217 zu 214 Sitzen der Demokraten.

Das Repräsentantenhaus ist neben dem Senat eine von zwei Kongresskammern. Sie bilden das US-Parlament. Während das Repräsentantenhaus 435 Abgeordnete zählt, setzt sich der Senat aus 100 Senatorinnen und Senatoren zusammen. Anfang November werden dann alle Kongressabgeordneten sowie etwa ein Drittel des Senats bei den wichtigen Zwischenwahlen neu bestimmt.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/AFP

Donald TrumpUSAParlamentRepublikanerWahlen