Politik

Leipzigs OB im "ntv Frühstart" "Nähern uns bis Ostern 35er-Inzidenz"

Ob Geschäfte und Läden bis Ostern wieder öffnen können, hängt vom Inzidenz-Wert der Region ab. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigt sich zuversichtlich, dass der Richtwert von 35 in greifbare Nähe rückt. Gleichzeitig warnt er vor einem Flickenteppich bei Kommunen und Landkreisen.

Mit Blick auf mögliche Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen macht der Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, Hoffnung auf baldige Öffnungen. Dies könnte seiner Meinung nach bereits in den nächsten Wochen passieren: "Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir in unseren Städten erleben werden, dass wir uns bis Ostern deutlich sichtbar der 35 nähern, sie vielleicht sogar unterschreiten und doch die viel beschriebene dritte Welle abwenden können", sagte Jung im "ntv Frühstart".

Es brauche eine Perspektive "raus aus der Abschottung", so der SPD-Politiker. Er warnte aber zugleich vor einem Flickenteppich bei Kommunen und Landkreisen, die unter die 7-Tage-Inzidenz von 35 fallen und sich für die Öffnung von Geschäften entscheiden könnten. "Das ist die Sorge, die wir haben, dass es insgesamt zu Ungleichheiten und zu Tourismus kommt. Umso wichtiger ist die Absprache", sagte Jung.

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Gleichzeitig warnte er vor dem Veröden deutscher Innenstädte. Zunehmend werde über das Internet Ware bestellt, um diese zu Hause auszuprobieren, sagte Jung. Das habe wiederum Folgen für die Entwicklung der Innenstädte. "Die Wahrheit ist, dass die Pandemie etwas beschleunigt hat, was schon im Ansatz zu spüren war." Der Kunde beziehe sich immer stärker auf das Internet. Die Pandemie habe deshalb das Kaufverhalten verändert. "Ich mache mir große Sorgen um die Innenstädte", so Jung. Es brauche deshalb "dringend einen neuen Impuls", der die Innenstädte "neu beleben" könne und neue Formen des Einkaufens etabliere.

Bei digitalen Sprach- und Integrationskursen sieht Jung großen Nachholbedarf. Integration gehe nur über Sprache, und Sprache brauche "lebendiges Miteinander", sagte der SPD-Politiker. "Das ist wirklich ein wunder Punkt. Ich glaube, dass die Integrationsbemühungen in der Tat einen Rückschlag erleben. Es geht nicht alles mit Homeschooling und digitalen Lernformen, um wirklich eine Sprache zu erlernen, um eine Kultur zu verstehen", so Jung. Man müsse hier dringend in die "Offensive" gehen und so schnell wie möglich bei Integrations- und Sprachkursen wieder zu Präsenzunterricht übergehen.

Quelle: ntv.de, psa

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