Politik

Buschmann im "ntv Frühstart" "Nationaler Impf-Alleingang wäre falsch"

In den USA, Kanada und Großbritannien wird bereits gegen das Coronavirus geimpft. Die FDP hält einen nationalen Alleingang trotzdem für falsch. Ihr Parlamentarischer Geschäftsführer verteidigt zudem Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer.

Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, hält einen nationalen Alleingang Deutschlands für die Zulassung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus für den falschen Weg. "Grundsätzlich halte ich es für richtig, dass wir keinen nationalen Alleingang machen, wie in anderen Ländern. Das würde sonst vermutlich zu einer Kettenreaktion führen", sagte Buschmann in der ntv-Sendung "Frühstart". Zuletzt wurden die ersten Menschen in den USA, Kanada und Großbritannien geimpft. In diesen Ländern war eine Notfallzulassung des Impfstoffes beantragt worden.

Buschmann sagte aber, dass man den Impfstoff so schnell wie möglich für Menschen zugänglich machen müsse, die über 80 Jahre alt seien. "Sie unterliegen einem hohen Sterblichkeitsrisiko und deswegen sollte man ihnen so schnell wie möglich anbieten, zu impfen. Das bedeutet aber nicht, dass wir gleich das ganze Verfahren über den Haufen werfen. Das wäre sicherlich nicht klug", sagte Buschmann.

Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass die Bevölkerungsgruppen, die einem besonders hohen Risiko ausgesetzt seien und eben noch nicht geimpft sind, einen besonderen Schutz "nach dem Stand der Technik" erfahren, forderte Buschmann. "Das bedeutet, dass wir sie beispielsweise mit FFP2-Masken schnell und ausreichend versorgen und sie dabei nicht durch die Gegend schicken, wie das im Moment geplant ist, und sie damit einem höheren Kontakt- und Infektionsrisiko aussetzen."

Boris Palmers Bilanz "nicht so glänzend"

Zudem verteidigte Buschmann den Corona-Sonderweg des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer, der in der Corona-Pandemie vor allem auf den Schutz der Risikogruppen gesetzt hatte. Der "Tübinger Weg" hatte allerdings zuletzt einen herben Rückschlag erlitten, als bekannt wurde, dass es in Alters- und Pflegeheimen in Tübingen doch mehr Corona-Fälle gab als zunächst verlautbart.

"Die Bilanz von Herrn Palmer ist nicht so glänzend, wie er es präsentiert hat, aber es ist nach wie vor so, dass wir weniger Hospitalisierungen in Tübingen haben und dass wir Gott sei Dank weniger Todesfälle haben", so Buschmann. Erfolg bedeute in dieser Pandemie auch, dass Menschenleben gerettet und Todesfälle vermieden werden: "Wenn ich das mit anderen Standorten vergleiche, dann gelingt das dort jedenfalls relativ besser", sagte der FDP-Politiker.

Quelle: ntv.de, psa