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Trotz russischer Einwände Nato beschließt Aufnahme von Nordmazedonien

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Mazedoniens Außenminister Nikola Dimitrov (l) zusammen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

(Foto: AP)

Nach Ende des Namensstreits mit Griechenland sprechen sich die Nato-Staaten für einen Beitritt Nordmazedoniens aus. Russland sieht die Erweiterung der Militärallianz kritisch und spricht von einer Sicherheitsgefahr.

Die Nato hat ungeachtet russischer Kritik die Aufnahme der künftigen Republik Nordmazedonien beschlossen. Vertreter der 29 Bündnisstaaten unterzeichneten gemeinsam mit Außenminister Nikola Dimitrov das sogenannte Beitrittsprotokoll. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von einem "historischen Ereignis".

Um die Aufnahme des Balkanstaates abzuschließen, müssen damit nur noch die nationalen Ratifizierungsverfahren abgeschlossen werden. Dies dürfte 2020 der Fall sein. Die Nato wird dann 30 Mitglieder haben. Bis dahin wird Mazedonien bereits als Beobachter an fast allen Bündnissitzungen teilnehmen können.

Der Beitritt Nordmazedoniens werde auf dem Balkan für zusätzliche Stabilität sorgen und sei damit auch gut für die Region und die euro-atlantische Sicherheit, kommentierte Stoltenberg nach der Zeremonie im Hauptquartier des Bündnisses. Außenminister Dimitrov sagte: "Für uns am wichtigsten ist die Tatsache, dass wir niemals mehr alleine sein werden." Das Militärbündnis stehe für eine friedlichere und stabilere Welt.

Umbenennung Mazedoniens soll Ende der Woche erfolgen

Der Nato-Beitritt Mazedoniens wird möglich, weil sich das rund 2,1 Millionen Einwohner zählende Land nach einem jahrelangen Streit mit Griechenland bereit erklärt hat, seinen Namen in Nordmazedonien zu ändern. Die Regierung in Athen hatte dies gefordert, weil auch eine nordgriechische Provinz Mazedonien heißt und Gebietsansprüche befürchtet wurden. Durchsetzen konnte Griechenland seine Forderung, weil alle Entscheidungen bei der Nato im Konsens getroffen werden müssen. Das Land hatte deswegen seine Zustimmung für den Bündnisbeitritt an die Umbenennung Mazedoniens geknüpft. Griechenland selbst ist bereits seit 1952 Nato-Mitglied.

Die offizielle Umbenennung Mazedoniens in Nordmazedonien soll nach der Ratifizierung des Nato-Beitrittsprotokolls in Griechenland erfolgen. Dieser Schritt soll nach Angaben aus Athen bereits Ende der Woche erfolgen.

In Russland wird die Nato-Erweiterung auf den Balkan als Sicherheitsgefahr und deswegen äußerst kritisch gesehen. Bereits zur Aufnahme Montenegros im Jahr 2017 hatte es aus Moskau geheißen, die weitere Expansion der Allianz schade Russland. Dass die Nato sich dennoch für einen schnellen Beitritt des Landes einsetzte, hat vor allem mit der strategischen Bedeutung des Westbalkans zu tun.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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