Politik

Kremlkritiker spricht über Haft Nawalny: Stundenlang läuft Staatsfernsehen

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Nawalny gilt als schärfster Kritiker von Präsident Putin.

(Foto: picture alliance/dpa/Babuskinsky District Court/AP)

Seit Februar verbüßt Putin-Gegner Nawalny in Russland eine Haftstrafe. Nun äußert sich der 45-Jährige erstmals heimlich über die Bedingungen in seinem Straflager. Täglich müsse er mehrere Stunden auf einem Stuhl sitzen und Kremlpropaganda ertragen, beschwert sich Nawalny.

Der in Russland inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny hat erstmals aus dem Straflager heraus ein Interview gegeben - und sich über seine Haftbedingungen beschwert. Er werde etwa gezwungen, jeden Tag stundenlang Staatsfernsehen und Propagandafilme zu sehen, erklärte der 45-Jährige in dem Interview mit der US-Tageszeitung "New York Times". Lesen oder schreiben sei in dieser Zeit verboten. "Du musst auf einem Stuhl sitzen und auf den Fernseher schauen."

Insgesamt sollen 54 handgeschriebene Seiten mit Nawalnys Antworten bei den Journalisten angekommen sein. Seine Pressesprecherin Kira Jarmysch bestätigte auf Twitter, dass es sich um das erste Interview seit seiner Inhaftierung in dem Lager in Pokrow rund 100 Kilometer östlich von Moskau handelte.

Nawalny gilt als der schärfste Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er war im Februar zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden, weil er gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben soll, während er sich in Deutschland von einem Mordanschlag erholte. Das Urteil wurde international vielfach als politisch motiviert kritisiert.

In dem Interview der "New York Times" forderte der Oppositionspolitiker erneut harte Sanktionen gegen russische Oligarchen, die Putin unterstützen. Die Strafmaßnahmen von EU und den USA dürften nicht die einfache russische Bevölkerung treffen. "Das Putin-Regime ist ein historischer Unfall und keine Gesetzmäßigkeit", schrieb Nawalny laut der Zeitung in einer Antwort an die Journalisten. "Früher oder später wird dieser Fehler korrigiert werden und Russland einen demokratischen, europäischen Weg einschlagen."

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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