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Radioaktives Material in Teheran Netanjahu: Iran unterhält "Atom-Lagerhaus"

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Benjamin Netanjahu mit einer Karte in der Hand, die den angeblichen Standort eines "Atom-Lagerhauses" im Iran zeigt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Es sind schwere Vorwürfe, die Benjamin Netanjahu gegen Teheran erhebt. Erneut beschuldigt Israels Premier den Iran, an Atombomben zu bauen. Bei seiner Rede vor der UN hält er dazu eine Karte mit dem angeblichen Standort des radioaktiven Materials hoch.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Iran beschuldigt, in Teheran ein "geheimes Atom-Lagerhaus" im Rahmen seines Nuklearprogramms zu unterhalten. In den vergangenen Wochen habe die Regierung daraus 15 Kilogramm radioaktives Material entfernt und in der Hauptstadt verteilt, sagte Netanjahu in seiner Rede bei der UN-Vollversammlung.

Dazu hielt er am Pult des Plenarsaals eine Karte mit dem angeblichen Standort des Lagerhauses sowie ein Foto von dessen mutmaßlichem Eingang in die Höhe. Die Atomenergiebehörde IAEA rief er auf, die Stätte zu untersuchen. "Was der Iran versteckt, wird Israel finden", sagte Netanjahu.

Außerdem zeigte Netanjahu eine Luftaufnahme der libanesischen Hauptstadt Beirut, auf der drei angebliche Raketen-Lagerstätten der pro-iranischen Hisbollah eingezeichnet sind. Die Hisbollah lagere die Raketen in der Nähe des Flughafens und missbrauche dabei libanesische Bürger als menschliche Schutzschilde, sagte der Premier. Kurz darauf veröffentlichte auch die israelische Armee Bilder und Videoaufnahmen von den mutmaßlichen Stätten. Die Hisbollah versuche dort, Boden-Boden-Raketen in Präzisionsraketen umzuwandeln, hieß es in der Mitteilung der Armee.

Ende April hatte Netanjahu dem Iran bereits vorgeworfen, umfangreiche Forschungen zum Bau einer Atombombe für einen möglichen künftigen Gebrauch heimlich aufbewahrt zu haben. Seinerzeit hieß es, der israelische Geheimdienst habe Zehntausende Dokumente aus einem "geheimen Atomarchiv" sichergestellt. Der Iran wehrte sich gegen die Vorwürfe und sprach von alten Anschuldigungen, mit denen sich die IAEA bereits befasst habe.  Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte sich skeptisch geäußert.

Das internationale Atomabkommen mit dem Iran bezeichnete Netanjahu als weiteren Schritt auf dem Weg zum Krieg. "Dieser Deal hat den Krieg nicht verdrängt, sondern noch näher an unsere Grenzen gebracht." Den am Deal beteiligten EU-Staaten - Deutschland, Frankreich und Großbritannien - warf er Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Iran vor. "Haben diese europäischen Anführer nichts aus der Geschichte gelernt? Werden sie jemals aufwachen?"

Quelle: ntv.de, nen/dpa