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Verzicht auf Atomwaffen Neu sind Kims Ankündigungen nicht

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Kim Jong Un und Donald Trump.

imago/ZUMA Press

Kim Jung Un kündigt an, er sei zu einer Entnuklearisierung bereit. Es ist nicht das erste Mal, dass Nordkorea sich dazu bekennt. Zu einer atomaren Abrüstung kam es allerdings nie.

Das Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un ist historisch. Die vom US-Präsidenten und Nordkoreas Machthaber unterzeichnete Vereinbarung ist es allerdings nicht.

Kim ist zwar grundsätzlich zu einer "vollständigen" atomaren Abrüstung bereit. Doch unabhängig davon, was möglicherweise hinter verschlossenen Türen vereinbart wurde: Kim hatte sich bereits vor sieben Wochen beim Treffen mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae In zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel bekannt und versichert, er strebe den Abbau seines Atomprogramms an. Und so heißt es etwas sperrig in der nun unterzeichneten Erklärung: "In Bestätigung der Panmunjom-Erklärung vom 27. April 2018 verpflichtet sich die Demokratische Volksrepublik Nordkorea, auf eine vollständige Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten."

Nordkorea-Experten weisen darauf hin, dass beide Seiten unter "Denuklearisierung" etwas anderes verstehen. Für die USA bedeutet das, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal unbrauchbar macht. Für Kim bedeutet Denuklearisierung: auch der Abzug aller amerikanischen Nuklearwaffen aus dem asiatischen Raum sowie der Abzug der amerikanischen Streitkräfte und konventionellen Waffen aus Südkorea.

Ein Zeitplan oder spezifische Schritte werden in dem eher vagen Dokument nicht erwähnt. Darin heißt es nur, Außenminister Mike Pompeo werde "baldmöglichst" Gespräche mit der nordkoreanischen Seite aufnehmen, um die Ergebnisse des Gipfels "zügig" umzusetzen.

Nordkorea hatte sich in der Vergangenheit mehrfach bereit erklärt, sein Nuklearprogramm aufzugeben. Dazu ist es jedoch nie gekommen. So hatte das Land 2005 angekündigt, "alle Nuklearwaffen abzuschaffen und (…) schnell zum Atomwaffensperrvertrag zurückzukehren." 1994 hatte Nordkorea angekündigt, das Nuklearprogramm zu stoppen und internationale Inspektionen zu akzeptieren.

"Die Vereinigten Staaten wurden bereits mehrfach an der Nase herumgeführt", hatte Pompeo vor dem Gipfel gesagt. "Viele Präsidenten haben ein Stück Papier unterzeichnet, um später herauszufinden: Entweder haben die Nordkoreaner nicht das versprochen, was wir dachten - oder sie haben sich einfach nicht an ihre Versprechen gehalten." Auf der Pressekonferenz wurde Trump gefragt, warum es diesmal anders sein werde. "Weil es einen anderen Präsidenten und einen anderen Außenminister gibt", sagte Trump.

Quelle: n-tv.de

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