Politik

Rüstungswettlauf unter Wasser Neue russische U-Boote machen Nato nervös

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Der russische Präsident Putin im Juli in einem Forschungs-U-Boot. Der Nato machen Moskaus technische Fortschritte Sorgen.

(Foto: imago images / ITAR-TASS)

Die Russen rüsten ihre Flotte auf, und das macht der Nato Sorgen. Moskaus U-Boote sollen gewaltige technische Fortschritte gemacht haben. Sie sind schwer aufzuspüren und können Internetkabel durchtrennen. Das Bündnis wappnet sich für einen möglichen Krieg am Meeresgrund.

Russische Militärmanöver unter Wasser alarmieren die Nato. Die Verteidigungsallianz meldet für dieses Jahr die meisten Aktivitäten russischer U-Boote seit dem Ende des Kalten Krieges, schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Hinweis auf offizielle Angaben des Nato-Hauptquartiers in Brüssel. Russland verstärke kontinuierlich seine Operationen unter Wasser, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu dem RND. Allein bei einer Operation rund um Norwegen im Oktober habe das westliche Bündnis bis zu zehn russische U-Boote gleichzeitig beobachtet.

Die Nato kündigte laut dem Bericht eine Reaktion an. Unter anderem plane das westliche Bündnis mehr Patrouillen im Nordatlantik. Zudem werde man in die moderne U-Boot-Bekämpfung aus der Luft investieren. Der Nordatlantik sei mit Blick auf militärische Nachschubrouten, zivile Handelswege und Kommunikationskanäle "von vitaler Bedeutung für die Sicherheit Europas", betonte die Sprecherin gegenüber dem RND.

Neuartige Bedrohung

Westliche Militärs blicken dem Bericht zufolge mit wachsender Sorge auf die Fortschritte der Russen. Deren U-Boote seien sehr viel leiser geworden, Russlands Raketen zugleich sehr viel schneller als bisher. In diesen Tagen teste Russland gerade ein schwer aufzuspürendes Upgrade von U-Booten der "Borei"-Klasse. Diese Schiffe sollen demnach im Laufe des Jahres 2020 Hyperschall-Raketen des Typs "Zirkon" bekommen.

Die futuristischen Geschosse sollen nach dem Start Schätzungen zufolge mit bis zu achtfacher Schallgeschwindigkeit fliegen. Mit ihrem bis zu 400 Kilo schweren Sprengkopf können sie Ziele in einer Entfernung von bis zu 220 Seemeilen (knapp 410 Kilometer) angreifen, heißt es. Bei der Nato sei man nicht sicher, schreibt das Redaktionsnetzwerk, ob gegenwärtige westliche Abfangsysteme die neuen russischen Geschosse aufhalten könnten.

Die Nato-Strategen beschäftigt sich auch mit Szenarien, in denen russische U-Boote die Unterseekabel zwischen den USA und Europa kappen könnten. Weil durch diese Kabel der größte Teil der Internetkommunikation fließt, könnten sich Attacken dieser Art zu einem Bestandteil der hybriden Kriegsführung entwickeln. So bezeichnen Militärs eine Mischung aus offenen und verdeckten Kriegshandlungen. Nach dem RND-Bericht gilt der "Seabed Warfare" (Krieg auf dem Meeresgrund) als großes kommendes Thema der westlichen Allianz.

Quelle: ntv.de, mau