Politik

Hitlergruß bei Elitetruppe Neun KSK-Soldaten als rechtsextrem entlarvt

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Laut MAD-Präsident Gramm seien gegen die betroffenen Soldaten Sanktionen erlassen worden.

(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)

Seit dem vergangenen Sommer durchleuchtet der Militärische Abschirmdienst der Bundeswehr gezielt die Elite-Einheit KSK. Laut einem Bericht hat der Geheimdienst nun mehrere Soldaten als Rechtsextremisten identifiziert.

Der Militärische Abschirmdienst der Bundeswehr (MAD) hat einem Medienbericht zufolge innerhalb der Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) mindestens neun Soldaten als Rechtsextremisten enttarnt. Wie der "Spiegel" berichtet, räumte MAD-Präsident Christof Gramm die Zahl vor Abgeordneten des Bundestags ein. Demnach sagte Gramm, für eine kleine Einheit wie das KSK, das nur aus rund 1000 Mann besteht, sei das eine hohe Zahl.

Gegen die neun Soldaten seien Sanktionen ausgesprochen worden. Laut Gramm erhielten drei von ihnen ein Dienstverbot, ein Soldat wurde entlassen, zwei seiner Kameraden versetzt. Bei einem weiteren stehe die Entlassung unmittelbar bevor. In zwei weiteren Fällen laufe ein Disziplinarverfahren. Insgesamt soll es beim KSK 20 Verdachtsfälle geben.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten mehrere Medien über einzelne Fälle von KSK-Soldaten berichtet, die wegen rechtsextremer Äußerungen, fragwürdiger Rituale oder dem Zeigen des Hitlergrußes in den Fokus geraten waren. Im vergangenen Sommer richtete der MAD eine Arbeitsgruppe ein, die sich speziell mit den Umtrieben beim KSK befasst. Bereits im September hieß es laut "Spiegel" in einer ersten Bilanz, dass sich die Spezialtruppe zum "Arbeitsschwerpunkt" des MAD entwickelt.

Anfang der Woche hatte der MAD in seinem Jahresbericht mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr 14 Soldaten und Mitarbeiter der Bundeswehr als Extremisten eingestuft wurden, darunter acht als Rechtsextremisten und zwei als sogenannte "Reichsbürger". Der MAD ist der kleinste deutsche Geheimdienst. Er ist mit der Abwehr von Spionage und Sabotage innerhalb der Bundeswehr und der Überprüfung von Soldaten auf extremistische Einstellungen betreut.

Quelle: ntv.de, jpe