Politik

"Sehr grob" gegen Demonstranten New Yorks Bürgermeister kritisiert Polizei

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New Yorks Bürgermeister de Blasio verurteilte auch gewaltbereite Demonstranten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Weil in den USA wieder mal ein Schwarzer durch einen Polizisten brutal zu Tode kommt, gehen die Menschen zu Tausenden auf die Straße, auch in New York. Dabei greift die Polizei unverhältnismäßig hart durch, findet der Bürgermeister.

Nach Protesten gegen Rassismus in New York hat Bürgermeister Bill de Blasio das harte Vorgehen der Polizei seiner Stadt kritisiert. Die Beamten seien "sehr heftig und grob" gewesen und hätten auch gegen friedliche Demonstranten Pfefferspray eingesetzt, sagte de Blasio. Der Politiker kündigte eine Untersuchung der Ereignisse an.

De Blasio verurteilte zugleich die Gewalt, die in der gestrigen Nacht von einigen Demonstranten ausgegangen war. Manche seien mit dem Vorsatz gekommen, Polizisten zu verletzen, sagte er. "Das können wir absolut nicht hinnehmen." Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in der Stadt Minneapolis waren in New York rund 3000 Menschen auf die Straße gegangen. Dabei kam es in den Vierteln Manhattan und Brooklyn zu Ausschreitungen.

Mehr als 200 Menschen wurden festgenommen, wie der Chef der New Yorker Polizei, Dermot Shea, sagte. Auf beiden Seiten habe es Verletzte gegeben. Eine Person schleuderte Shea zufolge einen Brandsatz in ein Polizeiauto, in dem vier Beamte saßen. Einige Demonstranten hätten zudem geladene Gewehre und Wurfgeschosse dabei gehabt. Für Polizisten sei es schwierig, zu deeskalieren, wenn ihnen Ziegelsteine entgegen flögen, sagte Shea. Auch der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, verurteilte die Ausschreitungen. Er zeigte aber auch Verständnis für die Demonstranten. "Ich teile ihre Empörung", sagte Cuomo. Die Ungerechtigkeiten, die im US-Justizsystem herrschten, seien "abscheulich".

Viele Demonstranten in New York trugen Plakate mit der Aufschrift "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen"). Das hatte Floyd am Montag den Polizisten gesagt, bevor er das Bewusstsein verlor. Ein weißer Beamter hatte bei der Festnahme in Minneapolis sein Knie fast neun minutenlang in den Hals des am Boden liegenden 46-Jährigen gedrückt. Ein Video des Vorfalls löste US-weit Entsetzen aus. Gestern wurde der Polizist festgenommen. Ihm wird Totschlag und fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa