Politik

Online-Konten ohne Besitzer Niedersachsen will Erben von Konten finden

54403387.jpg

Erben haben nach dem Tod eines Angehörigen oft keine Kenntnis von dessen Bankvermögen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Stirbt ein Mensch, wissen seine Erben nicht unbedingt von all seinen Bankkonten, vor allem nicht von den digitalen. Bundesweit liegen deshalb geschätzt mehrere Milliarden Euro brach, ohne dass Angehörige Zugriff haben. Diesen Umstand will Niedersachsen beenden.

Mit einer Bundesratsinitiative will sich das Land Niedersachsen für ein Verzeichnis besitzerloser Konten einsetzen. Darüber sollen mögliche Erben Auskunft über das Vermögen von verstorbenen Angehörigen erhalten können, wie die Landesregierung mitteilte. "Es besteht dringender Handlungsbedarf", sagte Finanzminister Reinhold Hilbers. "Bei den Kreditinstituten sammelt sich Geldvermögen, das den rechtmäßigen Erben vorenthalten bleibt. Wir brauchen eine allgemein zugängliche Informationsquelle über Vermögensanlagen, wenn in angemessener Zeit kein Erbe in Anspruch genommen wurde", sagte der CDU-Politiker.

Mehr zum Thema

Schätzungen zufolge liegen bundesweit Milliarden Euro auf verwaisten Konten. "Hinterlässt ein Verstorbener keine weiteren Hinweise auf ihm gehörende Online-Konten, so ist es für Erben ungemein schwer, diesen Teil des Nachlasses zu ergründen", so die Landesregierung. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Banken vom Tod eines Kontoinhabers oder einer Kontoinhaberin erfahren sollen. Um die Kapitalertragssteuer abzuführen, kommunizieren die Geldinstitute mit den Behörden. Diese sollen rückmelden, wenn der Kontobesitzer gestorben ist. So könnten die Banken versuchen, Erben für ein besitzerloses Vermögen zu ermitteln.

Bleibt dies erfolglos, sollen die relevanten Daten an das Bundesamt für Justiz übermittelt werden, das damit ein öffentlich einsehbares Register im Internet veröffentlichen kann. Dort könnten Erben alle Informationen finden, um Vermögensansprüche geltend zu machen. Wie viel Geld auf einem Konto ohne Besitzer liegt, soll nicht veröffentlicht werden. Damit der Gesetzentwurf beschlossen werden kann, braucht er zunächst eine Mehrheit im Bundesrat.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa