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Bei Todesfall Viele Verträge enden nicht automatisch

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Erben sind für die Kündigung verschiedener Verträge des Toten zuständig.

Verstorbene hinterlassen den Erben nicht nur Geld und Wertsachen, sondern auch viele Verpflichtungen. Dazu gehören abgeschlossene Verträge, die nach dem Tod in vielen Fällen automatisch weiterlaufen. Sie sollten deshalb so schnell wie möglich gekündigt werden.

Der Tod eines Angehörigen ist eine große psychische Belastung. Umso wichtiger ist es dennoch, einen kühlen Kopf zu bewahren, um finanzielle Schäden zu vermeiden. Abgeschlossene Verträge beispielsweise enden – anders als viele denken – nicht immer mit dem Tod. Hinterbliebene sollten sich daher unbedingt zeitnah darüber informieren, welche vertraglichen Verpflichtungen der Verstorbene eingegangen ist. Generell enden Verträge nur dann automatisch mit dem Tod, wenn es sich um eine höchstpersönliche Vertragsleistung des Verstorbenen handelt. Dies gilt zum Beispiel bei Vereinsmitgliedschaften, Arbeitsverträgen oder Eheverträgen. Sind keine Erben vorhanden, ist der Staat für die fristgemäße Kündigung zuständig.

Versicherungen rasch informieren

Nach dem Tod des nahestehenden Menschen sollten Erben innerhalb von zwei Tagen die Versicherungsgesellschaften über dessen Ableben informieren. Im besten Fall hat der Verstorbene schon zu Lebzeiten eine Liste mit seinen laufenden Verträgen erstellt.

Die Krankenversicherung endet automatisch mit dem Tod des Versicherten. Dies gilt jedoch nicht, wenn weitere Personen mitversichert sind. Zur Fortführung sollte innerhalb von zwei Monaten ein neuer Versicherungsnehmer angegeben werden. Auch die Unfallversicherung ist nach dem Tod des Versicherungsnehmers beendet. Hat ein Unfall den Tod herbeigeführt, wird die Summe ausgezahlt und der Vertrag ist aufgehoben. Dies gilt jedoch nicht, wenn eine Kinderversicherung integriert wurde. Diese läuft weiter, bis das Kind das 18. Lebensjahr erreicht hat.

Die Kapitallebensversicherung endet mit dem Tod des Versicherten und das Geld wird an die Erben ausgezahlt. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn der Erblasser einen Bezugsberechtigten ernannt hat. Die Versicherungssumme geht dann auf diese Person über. Wurde der Vertrag für einen Erben oder eine andere Person abgeschlossen, dann läuft dieser automatisch auf den neuen Versicherungsnehmer weiter. Eine private Haftpflichtversicherung endet mit dem Tod des Versicherten, es sei denn, es sind Familienangehörige mitversichert. Dann ist sie erst beendet, wenn der nächste fällige Betrag nicht gezahlt wird. Die Hausratversicherung endet zwei Monate nach dem Tod, kann jedoch weitergeführt werden, insofern die Erben in der Wohnung bleiben möchten. Verfügen diese bereits über eine eigene Hausratpolice, haben sie unter Umständen ein Sonderkündigungsrecht.

Die Rechtsschutzversicherung endet automatisch mit dem Tod des Erblassers, kann jedoch übernommen werden. Dazu sollten die Erben einfach den nächsten Versicherungsbeitrag zahlen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung für das Auto übernehmen die Angehörigen automatisch. Falls sie den Wagen nicht behalten wollen, müssen sie die Versicherung fristgerecht kündigen.

Mietverträge laufen weiter

Das Mietverhältnis des Verstorbenen läuft in der Regel weiter, bis es von den Erben gekündigt wird. Hier haben Vermieter und Erben ein Sonderkündigungsrecht von einem Monat. Der Mietvertrag endet dann unter der Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Wenn Familienangehörige in der Wohnung gelebt haben, übernehmen sie jedoch automatisch den Mietvertrag.

Handyverträge, Zeitschriften und Co. schnell kündigen

Abo-Verträge enden nie mit dem Tod des Vertragspartners. Sie laufen weiter und die Erben müssen auch nicht darüber informiert werden. Deshalb sollten diese sich schnell darum bemühen, die Abonnements zu kündigen. Gerade Handy-, Telefon- oder Internetverträge haben teils lange Laufzeiten von 12 oder 24 Monaten und sollten so schnell wie möglich gekündigt werden. Denn oft verlängern sie sich nach Ablauf des Zeitraums von alleine. Ein Sonderkündigungsrecht besteht in der Regel nicht, sodass gemäß der jeweiligen Fristen gekündigt werden muss. Ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des entsprechenden Vertrages lohnt sich dennoch, denn manchmal ist ein außerordentliches Kündigungsrecht im Todesfall enthalten. Erben können zudem versuchen, mit dem Vertragsanbieter eine fristlose Kündigung zu vereinbaren.

Überblick: Diese Verträge enden nicht automatisch:

  • Internet
  • Konten (Giro, Tagesgeld)
  • Mietvertrag
  • Mitgliedschaften (Fitnessstudio, Sonnenstudio, Sportverein)
  • Mobilfunk
  • Online-Dating
  • Strom- oder Gasanschluss
  • Pay-TV
  • Strom/Gas
  • Versicherungen
  • Jahres- und Monatskarten
  • Zeitungs- und Zeitschriften-Abonnements

Quelle: n-tv.de, imi

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