Politik

Warten auf Kims Worte Nord- und Südkorea feilen an Erklärung

Im Grenzdorf Panmunjom treffen sich Kim Jong Un und Moon Jae In zu einem historischen Gipfel. Hand in Hand überschreiten der nordkoreanische und der südkoreanische Staatschef mehrmals die Grenze. Am Ende des Gipfels soll ein gemeinsames Statement stehen.

Jetzt heißt es warten. Nach der historischen Begegnung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seinem südkoreanischer Amtskollege Moon Jae In arbeiten beide Seiten an einer gemeinsamen Erklärung. Sie soll am Abend (Ortszeit) verkündet werden, wie ein Sprecher Kims sagte. In Deutschland ist es dann Mittag.

Inhaltlich dürfte es vor allem um die atomare Abrüstung und die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen gehen. Das waren dem Sprecher zufolge bisher die Hauptthemen des Gipfels. "Wir versuchen, unsere Differenzen zu verringern", sagte er.

Schon der Gipfelauftakt am Vormittag dürfte in die Geschichtsbücher eingehen: Kim betrat südkoreanischen Boden. Lächelnd und Hand in Hand mit seinem südkoreanischen Gegenüber, Präsident Moon Jae In, überschritt er die Demarkationslinie. Dann kündigte Nordkoreas Machthaber an, ein "neues Kapitel" in den Beziehungen zu Süden aufschlagen zu wollen.

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Moon Jae In (l.) und Kim Jong Un posieren an der Demarkationslinie, die die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea markiert, für die Presse.

(Foto: REUTERS)

Zu Beginn des historischen Gipfels zeigte sich Kim äußert milde gestimmt. Er sprach von einem "neuen Anfang" und sagte: "Wir können eine bedeutende Vereinbarung erreichen, aber wichtig ist, dass sie umgesetzt wird. Wenn nicht, werden wir unser Volk enttäuschen." Der Machthaber erwartete "freimütige Diskussionen" und wünschte sich "gute Ergebnisse". "Ich hoffe, wir können die Erwartungen erfüllen." 

Südkoreas Präsident Moon begrüßte die "mutige Entscheidung" Kims, zu dem ersten Gipfel in Südkorea zu kommen. Er schlug ihm vor, bei dem Treffen gemeinsam "kühne" Entscheidungen zu treffen. Als erster nordkoreanischer Staatschef seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) hatte Kim zuvor die Grenze überquert und südkoreanischen Boden betreten. Der Machthaber wurde direkt an der Demarkationslinie in der gemeinsamen Sicherheitszone von Moon empfangen.

Jeweils ein Schritt ins andere Korea

Spontan forderte Kim den südkoreanischen Präsidenten auf, seinerseits die Betonschwelle im Boden, die die Linie kennzeichnet, auch nach Norden zu überqueren. Moon betrat damit nordkoreanischen Boden, was vorher nicht erwartet worden war. Zwischen den blauen Baracken, die beide Seiten seit dem Krieg als Besprechungsräume nutzen, markiert die betonierte Schwelle zwischen dem Sandfeld im Norden und dem Kiesbett im Süden die Demarkationslinie. "Mit dem Moment, in dem der Vorsitzende Kim die militärische Demarkationslinie überschritten hat, wurde Panmunjom zu einem Symbol des Friedens, nicht der Teilung", sagte Moon.

Der südkoreanische Präsident empfing Kim sogar mit militärischen Ehren. Beide marschierten nach ihrem Handschlag an einer Ehrengarde von 300 Soldaten der südkoreanischen Streitkräfte vorbei. Danach trug sich Kim ins Gästebuch des südkoreanischen "Friedenshauses" in Panmunjom ein, wo das eintägige Treffen stattfindet. Dabei lud er Südkoreas Präsidenten erneut zu einem Besuch in Pjöngjang ein.

Dritter Gipfel seit 2000

Im Mittelpunkt des Gipfels stehen der Streit um Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm und eine langfristige Friedenslösung für die koreanische Halbinsel. Mit welcher Art von Vereinbarung die Gespräche zu Ende gehen werden, ist aber unklar. "Es hängt wirklich vom Verlauf der Diskussionen ab", sagte ein Sprecher Moons vorab. Die USA und Südkorea fordern ein klares Bekenntnis Kims zur Denuklearisierung, womit sie eine baldige, überprüfbare und nicht umkehrbare Beseitigung der Atomwaffen meinen.

Es ist nach 2000 und 2007 in Pjöngjang der dritte innerkoreanische Gipfel, aber der erste in Südkorea und der erste zwischen Kim und Moon. Er wird auch das geplante Treffen zwischen Nordkoreas Machthaber und US-Präsident Donald Trump vorbereiten.

Die USA setzen große Erwartungen in das historische Gipfeltreffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In. "Wir sind hoffnungsvoll, dass die Gespräche Fortschritt in Richtung einer Zukunft von Frieden und Wohlstand für die gesamte koreanische Halbinsel erzielen", teilte das Weiße Haus mit. Die USA schätzten die enge Zusammenarbeit mit ihrem engen Verbündeten Südkorea und erwarteten, robuste Diskussionen in Vorbereitung auf das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim Jong Un in den kommenden Wochen fortzusetzen.

Quelle: n-tv.de, ieh/sgu/chr/dpa/rts

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