Politik

"Superkraft auf Gruppenziele" Nordkorea bestätigt Raketentest

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Ein Bild der Nachrichtenagentur Nordkoreas zeigt einen riesigen Raketenwerfer.

(Foto: dpa)

In Nordkorea wächst der Frust über die stagnierenden Atomgespräche mit den USA. Jetzt bestätigt Pjöngjang den Test eines Mehrfach-Raketenwerfersystems. Womöglich ein Weg, den Druck auf den Verhandlungspartner zu erhöhen.

Bei ihrem jüngsten Waffentest hat die selbst erklärte Atommacht Nordkorea eigenen Angaben zufolge ein weiteres "supergroßes" Mehrfach-Raketenwerfersystem erprobt. Der Test am Donnerstag sei erfolgreich gewesen, berichten die Staatsmedien. Die Streitkräfte in Südkorea hatten kurz nach dem Test von zwei "unbekannten Projektilen" gesprochen, die Nordkorea in Richtung offenes Meer abgefeuert habe.

Japans Verteidigungsministerium hatte vermutet, Nordkorea könnte zwei ballistische Kurzstreckenraketen erprobt haben. Tests mit ballistischen Raketen sind dem Land, das mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Durch den Test sei nachgewiesen worden, dass das "Feuersystem" perfekt funktioniere, hieß es in den nordkoreanischen Medien. Zweck des Waffensystems supergroßer Mehrfachraketenwerfer sei es, "mit Superkraft Gruppenziele des Feindes" bei einem Überraschungsangriff zu zerstören. Machthaber Kim Jong Un habe sich zufrieden gezeigt, nachdem er über den Testverlauf informiert worden sei.

Nordkorea hat in den vergangenen Monaten mehrfach Raketen einschließlich ballistischer Flugkörper getestet. Die Tests werden in Südkorea auch als potenzielles Mittel gesehen, im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm den Druck auf die USA zu erhöhen. Neue Gespräche auf Arbeitsebene zwischen Nordkorea und den USA waren am 5. Oktober in Schweden ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang fordert unter anderem eine Lockerung der internationalen Sanktionen.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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