Politik

Druck auf die USA? Nordkorea führt erneut Raketentests durch

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Norkorea behauptet, im Januar schon Kurzstreckenraketen getestet zu haben.

(Foto: picture alliance/dpa/kcna)

Die Erprobung von Raketen, die Atomsprengköpfe tragen können, ist Nordkorea laut UN-Richtlinien untersagt. Dennoch soll das Land nun erneut Raketentests durchführen. Experten befürchten seit längerem, dass der Machthaber Kim Jong Un den Ukraine-Krieg ausnutzen will, um mehr Druck auf die USA auszuüben.

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat nach vierwöchiger Pause ihre Raketentests in diesem Jahr fortgesetzt. Nach Angaben der Nachbarländer Südkorea und Japan feuerte Nordkorea eine mutmaßliche ballistische Rakete in Richtung offenes Meer ab. UN-Resolutionen untersagen dem Land die Tests solcher Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Nordkorea hatte im Januar bereits sieben Raketentests unternommen, einschließlich einer Mittelstreckenrakete, die auch die US-Pazifikinsel Guam treffen könnte.

In Südkorea war befürchtet worden, dass Nordkorea seine Raketentests nach dem Ende der Olympischen Winterspiele in Peking in diesem Monat wieder aufnehmen könnte. Der Nationale Sicherheitsrat in Südkorea äußerte nach einer Dringlichkeitssitzung großes Bedauern und "ernste Besorgnis" wegen des jüngsten Tests.

Der Test erfolgte inmitten des eskalierenden Ukraine-Konflikts. Experten spekulieren seit längerem, Nordkorea könnte den Konflikt möglicherweise ausnutzen, um mehr Druck auf die USA auszuüben, damit diese konkrete Vorschläge für neue Verhandlungen vorlegen. Die Gespräche der US-Regierung mit Pjöngjang über sein Atomwaffenprogramm kommen bereits seit drei Jahren nicht mehr voran. Südkoreanische Experten befürchten zudem, dass Nordkorea die Entwicklung von Raketen vorantreiben könnte, während sich die internationale Aufmerksamkeit auf den russischen Einmarsch in die Ukraine konzentriert.

Annäherung an Interkontinentalraketen

Beim Test wurde die Rakete nach Angaben des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte von Sunan in der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang aus in Richtung Osten abgefeuert. Der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi sagte, die Rakete sei offensichtlich 300 Kilometer weit geflogen, bei einer Flughöhe von bis zu 600 Kilometern. Sie sei außerhalb der "exklusiven Wirtschaftzone" Japans ins Meer gestürzt. Die Regierung in Tokio legte laut Kishi über die japanische Botschaft in Peking Protest gegen den Raketentest ein. Tokio und Pjöngjang unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte nach dem Test einer Mittelstreckenrakete Ende Januar davor gewarnt, dass Nordkorea näher an einen Bruch seines im April 2018 selbst auferlegten Teststopps für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen rücke. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte im Januar angedeutet, solche Versuche wieder aufnehmen zu können.

Mit dem Test der Mittelstreckenrakete war Nordkorea über die vorangegangen Waffentests in diesem Jahr hinausgegangen. Das Land hatte davor ballistische Raketen von kurzer Reichweite, Marschflugkörper und eigenen Angaben zufolge auch Hyperschallraketen getestet, die mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen können.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa/rts

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