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An der innerkoreanischen Grenze stehen sich Soldaten aus beiden Landesteilen an manchen Stellen direkt gegenüber.
An der innerkoreanischen Grenze stehen sich Soldaten aus beiden Landesteilen an manchen Stellen direkt gegenüber.(Foto: imago/photothek)
Dienstag, 21. November 2017

Soldat wieder bei Bewusstsein: Nordkoreaner will nach Flucht fernsehen

Bei seiner waghalsigen Flucht über die innerkoreanische Grenze wird ein Soldat aus dem Norden angeschossen und verliert das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, möchte er Fernsehen schauen. Für ihn wird ein spezielles Programm zusammengestellt.

Ein auf der Flucht nach Südkorea angeschossener nordkoreanischer Soldat ist nach zwei Operationen in Südkorea wieder zu Bewusstsein gekommen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte ein Regierungsmitglied, das die Behandlung des Überläufers in einem Krankenhaus in Suwon südlich von Seoul bestätigte. Vor rund einer Woche war der Flüchtige bei der illegalen Grenzüberquerung von anderen nordkoreanischen Soldaten angeschossen und schwer verletzt worden.

"Der Soldat ist wieder bei Bewusstsein und hat darum gebeten, Fernsehen zu schauen", erklärte das Regierungsmitglied. Für sein "psychisches Wohlergehen" seien dem Nordkoreaner südkoreanische Filme gezeigt worden. Damit er sicher sein kann, dass er sich wirklich in Südkorea befindet, sei in seinem Zimmer auch die südkoreanische Flagge aufgestellt worden.

Der Überläufer war am 13. November durch die schwer bewachte demilitarisierte Zone geflüchtet, durch die die beiden verfeindeten Staaten getrennt sind. Seine früheren Kameraden in Nordkorea eröffneten das Feuer und trafen ihn mindestens vier Mal. Drei südkoreanische Soldaten zogen den Verletzten mit vereinten Kräften auf die südliche Seite der Grenze. Sobald es sein gesundheitlicher Zustand zulässt, soll der Nordkoreaner in vier oder fünf Tagen befragt werden, erklärte der Regierungsvertreter.

Aus dem weitgehend abgeschotteten Norden der koreanischen Halbinsel fliehen jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung. In den meisten Fällen fliehen Nordkoreaner über die Grenze nach China. Viele von ihnen gelangen über dritte Länder nach Südkorea.

Quelle: n-tv.de

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