Schwer gesicherte GrenzeNordkoreanischer Soldat flieht offenbar nach Südkorea

Es ist ein höchst riskantes Unterfangen: Ein Soldat aus Nordkorea soll über die innerkoreanische Grenze nach Südkorea geflüchtet sein. Laut Berichten ist das der erste Fall in diesem Jahr. Eine militärisch hochgesicherte, kaum durchlässige Überwachungszone trennt die beiden Nachbarländer.
Ein nordkoreanischer Soldat scheint in der Nacht auf Mittwoch über die schwer gesicherte innerkoreanische Grenze nach Südkorea gelangt zu sein. Dort sei er von den Behörden in Gewahrsam genommen worden, teilte der südkoreanische Generalstab laut amtlicher Nachrichtenagentur Yonhap mit. Der Soldat soll demnach die Absicht geäußert haben, nach Südkorea überzulaufen. Weitere Hintergründe des Falls würden derzeit noch untersucht, hieß es. Ob es sich um eine gezielte Flucht des Soldaten handelt, ist nicht bestätigt.
Die beiden Nachbarländer werden durch eine militärisch hochgradig gesicherte, kaum durchlässige Überwachungszone entlang der Demarkationslinie getrennt. Beim aktuellen Grenzübertritt des Nordkoreaners handelt es sich laut Berichten um den ersten solchen Fall in diesem Jahr.
In Südkorea leben mittlerweile über 30.000 Nordkoreaner, die aus ihrem weitgehend abgeschotteten und mit internationalen Sanktionen belegten Heimatland geflohen sind. Meist geschieht dies über die nördliche Grenze nach China, von wo Geflüchtete dann über ein Drittland nach Südkorea gelangen. Dass die innerkoreanische Grenze übertreten wird, kommt hingegen nur extrem selten vor. Südkorea sichert Nordkoreanern nach einer eingehenden Prüfung die Staatsbürgerschaft zu - was der Norden wiederum als Affront auffasst.
Nord- und Südkorea befinden sich formell nach wie vor im Kriegszustand. Nach dem Koreakrieg (1950-53) wurde zwar ein Waffenstillstand unterzeichnet, jedoch kein Friedensvertrag.