Politik

Russland unter Verdacht Offenbar Hackerangriff auf Biden-Team

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Bereits im Juli war US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden Ziel von einem Hackerangriff.

(Foto: picture alliance/dpa)

2016 mischte sich Russland in den US-Präsidentschaftswahlkampf ein. Nun gibt es erneut Hinweise auf einen von Moskau organisierten Hackerangriff. Diesmal das Ziel: Das Wahlkampfteam von Joe Biden.

Mitten in der heißen Phase des US-Wahlkampfs ist Insidern zufolge ein Team des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden mutmaßlich von Russland unterstützten Hackern ins Visier genommen worden. Der Softwarekonzern Microsoft habe ein Mitglied des Wahlkampfteams darauf hingewiesen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach sei es wahrscheinlich, dass die Hacker dem russischen Staat nahestehen. Die Angriffe in den vergangenen zwei Monaten hätten auf Mitarbeiter der in Washington ansässigen Kommunikationsfirma SKDKnickerbocker abgezielt, die mit Biden sowie anderen hochrangigen Demokraten zusammenarbeitet.

Das Firmennetzwerk sei gut geschützt. "Es gab keine Sicherheitslücke", sagte einer der Insider. Die Hacker seien nicht in das System eingedrungen. SKDK wie auch Microsoft wollten sich nicht dazu äußern. Ein Sprecher von Biden war zunächst nicht erreichbar. Angesichts der Wahlen im November haben US-Geheimdienste bereits vor ausländischer Einflussnahme auf die Abstimmung gewarnt. Vor vier Jahren hatten der russischen Regierung nahestehende Kräfte die Wahlen beeinflusst, wie aus Berichten des früheren US-Sonderermittlers Robert Mueller hervorgeht.

Erst Mitte Juli waren die Twitter-Konten von Biden und zahlreichen anderen Prominenten gehackt worden. Auf den gehackten Profilen war ein Aufruf erschienen, binnen 30 Minuten Bitcoins zu überweisen. Angeblich sollte dies mit einer Rückzahlung in doppelter Höhe belohnt werden. Laut Staatsanwaltschaft wurde so Kryptowährung im Wert von mehr als 100.000 Dollar erbeutet. Angeklagt sind ein 17-jähriger Jugendlicher und zwei Komplizen. Twitter hatte nach der Attacke erklärt, 130 Nutzerkonten seien angegriffen worden. Bei 45 Konten hätten die Hacker "die Kontrolle übernehmen und Tweets senden" sowie Passwörter ändern können. Von acht Konten seien persönliche Daten heruntergeladen worden.

Quelle: ntv.de, jru/rts/AFP