Politik

RTL/ntv Trendbarometer Offenes Rennen zwischen Merz und Habeck

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Sorgte beim Forum Mittelstand am vergangenen Donnerstag für mehr Begeisterung als im neuesten RTL/ntv Trendbarometer: Unionspolitiker Friedrich Merz

(Foto: picture alliance/dpa)

Gesagt hat er es noch nicht, aber dafür gesorgt, dass es genug andere sagen: CDU-Mann Merz will Kanzler werden, doch der Grüne Habeck stünde ihm bei diesem Plan derzeit im Weg. Nach dem Debakel in Thüringen bleiben FDP und AfD unter ihren Werten vom Jahresanfang.

Friedrich Merz oder Robert Habeck? Keiner der beiden könnte eine deutliche Mehrheit der Deutschen überzeugen, sollten sie sich in dieser Woche für einen Kanzler entscheiden. 31 Prozent der Befragten würden sich laut RTL/ntv Trendbarometer für CDU-Mann Merz aussprechen, der von 2000 bis 2002 die CDU-Fraktion im Bundestag führte, derzeit jedoch ohne Amt und Funktion ist. Er ließ über sein Umfeld in der vergangenen Woche lancieren, dass er entschlossen sei, für den Parteivorsitz zu kandidieren.

Der CDU-Parteivorsitz würde eine Kanzlerkandidatur bei den nächsten Bundestagswahlen bedeuten. Robert Habeck von den Grünen käme derzeit auf 30 Prozent Zustimmung in der Kanzlerfrage - keiner der beiden könnte aktuell also eine eindeutige Mehrheit der Wählerinnen und Wähler überzeugen.

Merz immerhin liegt mit dem Umfrageergebnis deutlich über den Werten, die Annegret Kramp-Karrenbauer, noch Parteivorsitzende der CDU, zuletzt eingefahren hatte. Sie kam im Vergleich mit dem Grünen Habeck nur noch auf 16 Prozent der Stimmen, war aber direkt nach ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden mit 43 Prozent Unterstützung in der Kanzlerfrage gestartet.

Merz bei FDP-Wählern beliebter als CDU-Wählern

Vor allem in der CDU-Wählerschaft kann Merz vergleichsweise wenig begeistern. Etwas mehr als die Hälfte der CDU-Wähler (55 Prozent) gaben in der Umfrage an, den Unionspolitiker unterstützen zu wollen. Kanzlerin Angela Merkel war bei den eigenen Anhängern über Jahre hinweg auf Rückhalt von um 90 Prozent gekommen. Beliebter als in der Klientel seiner eigenen Partei ist Merz bei den FDP-Wählern. 64 Prozent würden ihn als Kanzlerkandidaten unterstützen. Der 64-Jährige strebt einen betont wirtschaftsfreundlichen Politikkurs an. Noch bis Ende März ist er Aufsichtsratsvorsitzender beim weltweit größten Vermögensverwalter Blackrock.

Das Thüringer Debakel um den mit AfD-Stimmen gewählten Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich hält dessen Partei, die FDP, weiter im Umfragetief. Von 5 Prozent in den beiden Tagen unmittelbar nach der Wahl Kemmerichs ging es auf 6 Prozent in dieser Woche. Im Monatsschnitt 2019 hatten die Freien Demokraten immer mindestens bei 8 Prozent gelegen, vor einem Jahr sogar die 10 Prozent als Durchschnittsmarke erreicht.

AfD erholt sich leicht

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Die Begeisterung der AfD über ihren Thüringer Winkelzug, den eigenen Kandidaten nicht zu wählen, teilen die deutschen Wähler weiterhin kaum. Die Partei liegt mit 11 Prozent Unterstützung noch immer unter ihrem Startwert 2020, als sie 13 Prozent der Befragten hinter sich hatte. Unmittelbar nach dem Eklat im Erfurter Landtag war die AfD in der bundesdeutschen Wählergunst auf 9 Prozent abgerutscht, hier ist eine leichte Erholung zu verzeichnen.

Die Linke hält ihr Ergebnis von 10 Prozent, das sie auch in den zwei Tagen nach der gescheiterten Wiederwahl von Bodo Ramelow erreicht hatte. Die Grünen erreichen mit 24 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis im laufenden Jahr. CDU und CSU büßen im Vergleich zu den bisherigen Ergebnissen im RTL/ntv Trendbarometer 2020 einen Prozentpunkt ein und kommen auf 27 Prozent Wählerunterstützung. Demgegenüber kann sich die SPD im Vergleich zum Jahresbeginn leicht verbessern und liegt bei 14 Prozent.

Quelle: ntv.de, fni